Romantik und Klassik im Kloster Maria Rosengarten

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Bei Gitarrist Thomas Kalkreuth trifft die Fröhlichkeit eines italienischen Volksfestes auf den Flamencotanz.
Bei Gitarrist Thomas Kalkreuth trifft die Fröhlichkeit eines italienischen Volksfestes auf den Flamencotanz. (Foto: Ulrich Gresser)
Schwäbische Zeitung

Selten gibt es Musiker, die mit außergewöhnlichem Gespür für Satzanlage, Rhythmus und Interpretation für ein Werk Fingerspitzen-Gefühl aufbringen. Der Allgäuer Thomas Kalkreuth schafft es spielerisch und weckt die Sehnsucht nach längst vergangenes Spanien.

Schon bei seiner ersten Komposition „Preludio Andalucia und Melancholie mit Romanze zeigte der Gitarrist seine Fertigkeit auf, Arpeggien, Läufe und Terzgänge abwechselnd zu gestalten. In „ Son de Carrilhoes“ von Joao Pernambuco ertönte das Glockengeläut, das der brasilianische Komponist dem Werk zugrunde legte. Nach dem Exkurs in den Impressionismus versuchte sich Kalkreuth an schwierigen Stücken der Barockzeit. Die Pavane von Gaspar Sanz ließ die Zuhörer den höfischen Schreittanz bildlich erleben. Doch die „Sarabande et Double“ von Johann Sebastian Bach zeigte die Fertigkeit dieses Gitarristen mit Tourette-Syndrom auf, ohne dass es störend wirkte.

Runder Gitarrenton, klare Rhythmik und differenziertes Registerspiel bewiesen die Meisterschaft des Musiker, der durch sein Handikap kein Studium an einer Hochschule absolvieren konnte. In gleicher Weise führte er die Suite von Gaspar Sanz den Zuhörern zum Gehör. Nach der Pause erklang die „Romanze“ von Carl M. v. Weber ursprünglich für zwei Gitarren. Mit der „Feste Lariane“ gestaltete Kalkreuth die Stimmung und Fröhlichkeit eines italienischen Volksfestes nach, die von Luigi Monzanni geschrieben wurde. „Rumores de la Caleta“ von Isaac Albeniz interpetierte dieser Gitarrist tänzerisch polyphon, da er treffend die Grundlage des Flamencotanzes begriffen hat. Man konnte sich bestens das Hafenleben in Spanien in der Romantik vorstellen. Zum Schluss des Konzerts weckte „Recuerdos de la Alhambra“ von Francisco Tarrega die Sehnsucht der Zuhörer, einmal in ihrem Leben die Alhambra in Granada zu besuchen. Kalkreuth eigenes Werk „Homage la Guitarra Espagnola“ ließ nochmals die Meisterschaft dieses exzellenten Gitarristen erklingen. Zwei Zugaben rundeten diesen Abend ab.

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