Der Pegel am Rohrsee bei Eintürnen ist zwar gefallen, aber Anlass zur Besorgnis gibt dies derzeit noch nicht.
Der Pegel am Rohrsee bei Eintürnen ist zwar gefallen, aber Anlass zur Besorgnis gibt dies derzeit noch nicht. (Foto: Steffen Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Die derzeitige Trockenperiode bereitet den Bad Wurzacher Naturschutzgebieten derzeit noch keine Probleme. Auch die Trinkwasserversorgung ist in keinster Weise gefährdet.

Auch wenn die Wurzacher Ach derzeit so wenig Wasser wie selten führt: „Noch zeigen sich im Ried keine Trockenheitsprobleme“, sagt Horst Weisser, der Leiter des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried. Zwar seien negative Auswirkungen auf das Moor, das ja vom Wasser lebt, zu befürchten und Torfmoorschichten könnten austrocknen. Doch Weisser treibt dies keine tiefen Sorgenfalten auf die Stirn. „Zuletzt war das im Rekordsommer 2003 der Fall. Aber schon im Jahr darauf zeigte sich das Ried davon wieder erholt.“

„Am besten morgen“ sollte es zwar wieder regnen, sagt Bernd Jung, der als gewerblicher Fischer den Rohrsee auf der Gemarkung von Eintürnen bewirtschaftet. Aber es gebe mit dem Wasserstand des herausragenden Vogelschutzgebiets „noch keine Probleme“. Derzeit misst der See nach Jungs Beobachtung an seiner tiefsten Stelle noch 1,5 Meter, normal sind 2,0 Meter. „Aber es geht täglich ein wenig zurück.“

Das zuständige Regierungspräsidium bestätigt Jungs Aussagen. Der Zu- und Abfluss des Rohrsees erfolgt überwiegend über das Grundwasser, das von der Hauptinfiltrationsstelle am Nordwestufer in Richtung Haidgauer Quellen und Wurzacher Achquellen sowie von einer weiteren Infiltrationsstelle am Südwestufer in Richtung Wolfegger Ach fließt. „Ein Pegel bei Haidgau zeigt aktuell noch keinen signifikanten Einfluss der Trockenheit auf den Grundwasserstand, weshalb auch der Rohrsee derzeit noch relativ viel Wasser hat“, so das RP.

Für Fische gebe es derzeit allerdings aufgrund geringerer Wasserzuläufe und steigender Wassertemperaturen „zunehmend ungünstige Lebensbedingungen“. Für die Vogelwelt sei dagegen ein Austrocknen oder eine starkes Absinken des Wasserspiegels weniger dramatisch.

Jung erklärt sich die relativ unproblematische Situation am Rohrsee auch mit den ausgiebigen Niederschlägen in den Wintermonaten, die dem 55,1 Hektar großen Rohrsee lange Zeit Hochwasser bescherten. „Das ist ein Riesenvorteil.“

Ein solcher Riesenvorteil ist für die ganze Region auch das große Grundwasservorkommen. Es gebe „keinerlei Probleme und damit auch keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Verbrauchs“ teilt der Wasserzweckverband Obere Schussentalgruppe (OSG) auf Anfrage mit. Er ist für den Bereich der Gemeinden und Städte Bad Wurzach, Bad Waldsee, Wolfegg, Aulendorf, Altshausen, Bad Schussenried, Bergatreute und Kißlegg zuständig. Allerdings die Pegel sinkend und erreichten bald das Niveau aus dem Rekordsommer 2003.

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