Rettungswache eingeweiht: Mit pfiffigen Lösungen zu Ziel

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 Diakon Berndt Rosenthal (links) und Dekan Friedrich Langsam segnen das Gebäude und die Menschen, die in ihm arbeiten.
Diakon Berndt Rosenthal (links) und Dekan Friedrich Langsam segnen das Gebäude und die Menschen, die in ihm arbeiten. (Foto: Steffen Lang)
Stellv. Redaktionsleiter/Redakteur Bad Wurzach

„Jeder, der hier ist, leistet Wichtiges für die Bürger dieser Stadt“, betonte Stadtbaumeister Matthäus Rude bei der Einweihung der DRK-Rettungswache am Sonntag in Bad Wurzach.

In dem städtischen Gebäude an der Dr.-Harry-Wiegand-Straße sind die DRK-Rettungswache, die DLRG, der Ortsverein des DRK, der Trinkwasserversorger Obere Schussentalgruppe und der Bauhof untergebracht.

Seit 2017 liefen die Um- und Anbauarbeiten. 2013 hatte es erste Gespräche zwischen DRK und Stadtverwaltung dazu gegeben, erinnerte sich Michael Schneider, der Geschäftsführer der Rettungsdienst Bodensee-Oberschwaben gGmbH. Denn die Anforderungen der Rettungswache an das Gebäude der 1980er-Jahre hatten sich geändert. Die Einsatzfahrzeuge wurden größer und passten nicht mehr in die Garage. Dazu kamen immer strengere Hygienevorschriften. Und schließlich, so Schneider, arbeiten immer mehr Frauen im Rettungsdienst – und für sie brauchte es eigene sanitäre Anlagen und Umkleideräume.

„Unglaublich schönes Verständnis“

Von Beginn an sei man bei der Stadtverwaltung „auf ein unglaublich schönes Verständnis gestoßen“, lobte Schneider. „Wir merkten, dass das Interesse daran, dass wir hier sind, groß ist.“ Und auch während der Bauphase habe die Stadt stets noch ein offenes Ohr für zusätzliche Bedürfnisse des DRK gehabt. So seien „pfiffige Lösungen“ gefunden worden, um aus dem Platz das Optimale herauszuholen – und das nicht nur für die Rettungswache, sondern auch für den städtischen Bauhof und den DRK-Ortsverein.

Rude erläuterte das Getane. Eine neue, größere Garage wurde angebaut, neue sanitäre Anlage eingebaut, neue Umkleidekabinen geschaffen. Der Bauhof erhielt einen neuen Schütt-Silo, einen zusätzlichen befestigten Platz und ein Waschplatz für seine Fahrzeuge. Der DRK-Ortsverein freut sich unter anderem über eine neue Küche. Auch Rude lobte dabei die gute Zusammenarbeit. Rettungswachenleiter Alexander Riss „hat sich stets für seine Sache vorbildlich eingesetzt und trotzdem manchen Kompromiss mitgetragen“, so der Stadtbaumeister.

„Ganz besonderer Tag“

Und so konnte nach fast zwei Jahren Bauzeit und dank einer von Stadt und DRK getragenen Investition von mehr als einer halben Million Euro „ein ganz besonderer Tag“ gefeiert werden, wie Bürgermeisterin Alexandra Scherer in ihrer Begrüßung sagte. Das DRK und die Rettungswache seien „eine ganz wichtige Einrichtung für die Stadt“, hob auch sie hervor. Mit der Baumaßnahme habe man „etwas Gutes für die Stadt erreicht“.

Dass gleichzeitig auch die Situation für den Bauhof verbessert werden konnte, bezeichnete Scherer als „Win-win-Situation“.

Segnung durch Geistliche

Neben zahlreichen Vertretern des DRK sowie Repräsentanten der Feuerwehr und der Polizei. begrüßte sie auch die weiteren Hausbewohner in Person von Klaus Schütt als Ortsvorsitzender der DLRG und Frank Lott, Leiter des städtischen Betriebshofs. Zu Gast war auch der CDU-Landtagsabgeordnete Raimund Haser. Ganz besonders willkommen hieß sie auch Diakon Berndt Rosenthal von der katholischen Seelsorgeeinheit und Dekan Friedrich Langsam von der evangelischen Kirche.

Die beiden Geistlichen segneten das Gebäude und die Menschen, die in ihm arbeiten. Ausgehend von der biblischen Geschichte des barmherzigen Samariters mahnten sie, dass Hilfe nicht nur die Aufgabe von professionellen Helfern sein. „Wir alle sind gefragt“, so Rosenthal.

Bei aller Freude über das Erreichte warf Matthäus Rude auch noch einen Blick voraus und machte deutlich, dass die Arbeit am Gebäude noch nicht gänzlich getan ist: „Am Bauhof werden wir noch etwas tun müssen.“

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