Neuer Reitplatz eingeweiht und gesegnet

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Pfarrer Stefan Maier segnet den neuen Reitplatz am Wurzacher Leprosenberg.
Pfarrer Stefan Maier segnet den neuen Reitplatz am Wurzacher Leprosenberg. (Foto: Ulrich Gresser)
Ulrich Gresser

Pfarrer Stefan Maier hat am Sonntag den neuen Reitplatz beim Leprosenhaus gesegnet. Er betonte dabei die enge Beziehung des Reit- und Fahrvereins mit Blutreitern und Heiligblutfest.

„Reitverein, Blutreiter und Heiligblutfest lassen sich nicht trennen“, sagte Maier am Beginn des von der Stadtkapelle musikalisch begleiteten Segnungsgottesdienstes für den neuen Reitplatz. Daher begleiteten auch zwei Blutreiter in vollem Ornat und mit den Standarten hoch zu Ross die Platzsegnung.

„Wir wollen die Anlage, an der die Mitglieder ein Jahr gebaut haben und immense Mittel eingesetzt haben, unter den Segen Gottes stellen.“ Das Bauwerk sei eine Visitenkarte für den Zusammenhalt im Verein. „Zusammen stemmen Sie das.“

In seiner Predigt sagte Stadtpfarrer Maier, der sich für den Gottesdienst extra die Heiligblutreliquie „ausgeborgt“ hatte: „Unter den Segen Gottes stellen, heißt sein Leben nach Gott ausrichten. Gesegnet wird nicht für uns selbst, sondern damit wir zum Segen für andere werden.“ Er sei gerne gekommen und fühle sich beim Reitverein richtig wohl und spende gerne den Segen. „In der Heiligblutreliquie scheint die Liebe Gottes auf, er ist für uns gestorben, um uns zum Leben zu führen.“ Beim Singen des Heiligblutlieds sei ihm aufgefallen, wie oft dort vom Segen die Rede ist. Segen ist die Liebe Gottes.“

Mit dem goldenen Kreuz der Heiligblutreliquie in der Hand sprach er im Freien am Rande des Platzes das Segensgebet. Während die Festgemeinde im Zelt das Heiligblutlied anstimmte, gesellte er sich gemeinsam mit seinen Ministranten zu den beiden Blutreiterinnen auf den Turnierplatz, um mit Weihwasser den Platz zu weihen.

Mit „Großer Gott wir loben Dich“ und vielen Dankesworten für die am Bau Beteiligten endete der diesjährige Feldgottesdienst im Rahmen des großen Springturniers an neuer Stätte.

Sieglinde Schiller, langjährige Vorsitzende des RFV Bad Wurzach, bedankte sich anschließend im Namen des Vorstands bei allen Helfern, die zum Gelingen des Werkes beigetragen hatten. „Heute ist ein freudiger und historischer Tag, ein langersehnter Traum ist Wirklichkeit geworden, der Reitplatz ist eingeweiht.“

Seit 1991 fand das Reitturnier am Grünen Hügel statt, was mit viel Arbeit verbunden gewesen sei.„Alles bis auf den letzten Teelöffel musste dorthin und wieder zurückgebracht werden.“ Nachdem der erste Bauantrag im Jahre 2011 vom Landratsamt abgelehnt worden war, habe erst mal Sendepause geherrscht.

Erst als der Grüne Hügel von der Stadt als Standort für das neue Hallenbad auserkoren wurde, habe man wieder Gespräche geführt. Dank der Straßenverlegung konnte am 23. August 2017 der erste Spatenstich für den Reitplatz gemacht werden. Dafür mussten 130 Lkw mit Schotter, 250 Lkw mit Erde und 30 Lkw mit dem Reitbelag herangeschafft werden. Was ab Oktober hieß: „Jeden Samstag Arbeitseinsatz für alle.“ Man sei ja schließlich Schwabe: „Was man selber machen kann, kostet nichts.“

Der Platz sei noch nicht ganz fertig. Zum 50-jährigen Bestehen in zwei Jahren, das versprach Sieglinde Schiller, werde das aber der Fall sein: „Wir schaffen das!"

Neubürgermeisterin Alexandra Scherer freute sich, gleich am Ende ihrer ersten Amtswoche ein Grußwort zu einem so historischen Ereignis beisteuern zu dürfen.

„In nicht einmal einem Jahr haben sie etwas Fantastisches geschaffen.“ Und das nach einem langwierigen Prozess. Sie dankte dem Verein für seine Geduld und seinen Mut. Der Verein sei ein Gewinn für die Stadt, Das Ansehen der Stadt steige mit diesem schönen Platz. Und die Blutreiter trügen buchstäblich die Fahnen in die Welt. Weil ihr die Jugendarbeit sehr am Herzen liege, freue sie sich, dass ein Drittel der Mitglieder Jugendliche seien.

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