Neue Brücke als Modell für alle weiteren

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Die Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer nahe St. Hedwig ist so marode, dass sie derzeit nur für Fußgänger zugelassen ist.
Die Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer nahe St. Hedwig ist so marode, dass sie derzeit nur für Fußgänger zugelassen ist. (Foto: Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Neu gebaut wird im kommenden Jahr die Achbrücke für Radfahrer und Fußgänger nahe St. Hedwig. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei 160 000 Euro.

Die derzeit dort noch stehende Holzbrücke fiel bei der turnusgemäßen Hauptprüfung 2016 durch. Sie erhielt die Note 3,8 – 4,0 ist die schlechtmöglichste Note. Daher ist sie seit dem vergangenen Winter nur noch für Fußgänger zugelassen. Pilzbefall, Rost, zu niedriges Gelände, verfaulter Handlauf – eine Sanierung lohnt nicht.

Bereits im November vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat daher einen Ersatzneubau und beauftragte die Verwaltung mit der Planung. Der Neubau war damals von der Verwaltung für dieses Jahr in Aussicht gestellt worden. Damals geschätzte Kosten: 110 000 Euro. 250 000 Euro für Bau und Planung dieser und weiterer Brücken wurden im Haushalt 2018 vorgesehen.

Nun legte Stadtbaumeister Matthäus Rude den Plan dem Ratsausschuss für Technik und Umwelt (ATU) vor. „Wir sind personell nicht hinterhergekommen“, begründete er die Verzögerung zum einen. Zweiter Grund sei, dass die Verwaltung eine Brückenart gesucht habe, die künftig für alle weiteren Ersatzneubauten im Stadtgebiet geeignet ist.

Vorgaben dafür waren neben der Optik und der Befahrbarkeit mit Schneeräumfahrzeugen vor allem, dass die Konstruktion bis zu einer Spannweite von 35 Metern ohne Gründungen im Bach auskommen soll. „Sobald wir ins Gewässer gehen müssen, wird es schwieriger, eine wasserrechtliche Genehmigung zu bekommen“, so Rude als Erklärung.

Eine solche Musterlösung sei nun gefunden worden, so der Stadtbaumeister weiter. Eine Tragkonstruktion in Aluminium, das Geländer aus optischen Gründen teilweise in Holz, ein rutschfester und geschlossener Metallboden sowie im konkreten Fall eine Spannweite von 14 Metern, die ihre Fundamente außerhalb des Uferbereichs hat.

Die Fundamente der bestehenden Brücke seien für den Neubau nicht zu gebrauchen, so Rude auf Nachfrage von Stadtrat Hansjörg Schick (CDU). Heutzutage gebe es viel strengere Vorgaben dafür. Der Christdemokrat wunderte sich außerdem: „Es gibt in Deutschland Tausende Brücken. Wozu brauchen wir da einen Planer?“

Eine Diskussion über Sinn oder Unsinn einer Brücke an dieser Stelle (innerhalb kurzer Distanz gibt es dort drei) erstickte im Ansatz, nachdem Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Stadtrat Klaus Schütt (beide CDU) auf die Grundsatzentscheidung des Gemeinderats über den Neubau im November 2017 verwiesen hatten.

Im Dezember sollen nun die Arbeiten ausgeschrieben werden. Gebaut werden könnte dann im Frühjahr 2019.

Zwei weitere Projekte

Im kommenden Jahr soll auch eine neue Straßenbrücke über die Ach in Bauhofen gebaut werden. Für das 590 000-Euro-Projekt erhält die Stadt aus dem Landesförderprogramm „Kommunaler Sanierungsfond Brücken“ 269 000 Euro.

Das Bachgeländer in der Bachstraße in Hauerz als drittes Projekt des Komplexes „Brücken“ befindet sich in der Planung, gab Rude im Ausschuss bekannt.

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