Die Botschafter der Bad Wurzacher Dachmarke. Für die Ziegelbacher waren die grünen Hauben ein universelles Accessoire.
Die Botschafter der Bad Wurzacher Dachmarke. Für die Ziegelbacher waren die grünen Hauben ein universelles Accessoire. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Zum Jahresausklang haben die vier Ziegelbacher ein Feuerwerk von à capella und Comedy im ausverkauften Bad Wurzacher Kurhaus gezündet.

In diesem Jahr haben sich die Sänger Verstärkung aus Augsburg eingeladen. Herr und Frau Braun, bekannt aus Funk und Fernsehen, präsentierten Auszüge aus ihrem aktuellen Bühnenprogramm.

Günther Musch, Bruno Häfele, Walter Strobel und Kuno Reichle sind nicht nur exzellente Sänger. Nein, sie sind dabei noch so gutaussehend, dass selbst die giftgrünen Fahrradsattelabdeckhauben der Dachmarke Bad Wurzach ihre Schönheit nicht schmälern konnten. Ob als Duschhaube beim „Bada im Bad“ oder als Protektion beim „Fahrradsong“: Das wichtige Accessoire brachte Farbe in den Kursaal.

Das wahre Leben

Musikalisch kalauerte sich das Quartett munter durchs wahre Leben. Die vier litten unter der „Männergrippe“, therapierten diese mit einem süffigen Hopfensmoothie und zeigten Verständnis für die notwendige Errungenschaft einer unverzichtbaren Küchenmaschine, ohne dabei deren Nachteile zu verschweigen: „Saugen kann er it und ein Rindersteak kann er au it.“

Natürlich fehlten an diesem Abend die größten Erfolge der Sänger nicht. Der Bauer suchte seine Frau, und mit dem Song „I han d’Maschin scho butzt“ nahmen die Komödianten den Handel auf die Schippe. Apropos Handel, so ein Konzert braucht selbstverständlich Sponsoren, und diese wollen auch gebührend gewürdigt werden. Mit gesungenen Werbespots von „Radio Moor Extrem“ fügten sich die Dankesworte nahtlos in das Programm mit ein.

Klischees und gute Vorsätze

Gabriela Koch und Roland Krabbe, die seit 1995 als Herr und Frau Braun aus Augsburg komödiantisch unterwegs sind, erforschten in ihrem ersten Bühnenauftritt die Mentalität der oberschwäbischen Bevölkerung, inklusive aller Klischees wie Kehrwoche oder geschenkte Kugelschreiber. Ihren zweiten Auftritt widmeten sie den guten Vorsätzen für das neue Jahr und hatten für jedes Thema eine passende App parat.

Sie beschäftigten sich intensiv mit den Sprachgebräuchen der süddeutschen Bevölkerung, gingen der Frage nach, warum ein Augsburger keinen Hals hat, und sahen bei ihrem satirischen Jahresrückblick weit in die Zukunft und verkündeten dabei, dass der Papst im Jahr 2039 Kevin I. sein wird. Herr Braun alias Eheberater Rudi Mentär sorgte im Anschluss noch dafür, dass sich alle Gäste im Kurhaus lieb haben und glücklich in ein neues Jahr starten können.

Treffsichere Pointen

Es war ein Abend mit treffsicheren Pointen, einer grandiosen Bühnenpräsenz der Ziegelbacher und ihren Gästen. Unterstützt wurden sie dabei von Florian Strobel, der als Moderator den Abend begleitete, sowie von Alexander Strobel und Klaus Etzen an der Technik.

Nachwuchssorgen haben die Sänger nicht. Luis aus Waldorf, ein Spross aus der musikalischen Strobel-Familie, gab an diesem Abend sein Gesangsdebüt. Vielleicht werden aus den vier Ziegelbachern nun bald fünf, denn Luis begleitete die Sänger auch beim letzten Stück des Abends; stilsicher vergrub er die Hände in die Hosentaschen und tat es den Akteuren gleich: Er jodelte!

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