Nahwärme rückt wieder Stück näher

Lesedauer: 3 Min

Die Stadt will die bei der Glasproduktion von Verallia Deutschland entstehende Wärme nutzen.
Die Stadt will die bei der Glasproduktion von Verallia Deutschland entstehende Wärme nutzen. (Foto: Steffen Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Eine Nahwärmeversorgung für die Bad Wurzacher Innenstadt rückt näher. Zwischenergebnisse des Konzepts mit Investitionskosten und möglichen Preisen wurde nun dem Gemeinderat vorgestellt. Seit vielen Jahren diskutieren die Stadt und die Verallia Deutschland AG über die Nutzung der bei der Glasproduktion entstehenden Nahwärme. Ein solches Konzept ist in Neuburg, wo die Verallia ebenfalls ein Werk hat, bereits umgesetzt.

Definitiv angeschlossen werden sollen städtische Gebäude wie Bauhof, Schulzentrum oder, als Hauptabnehmer, das neue Hallenbad. Aber auch Bürger können ihre Häuser anschließen lassen. Mittlerweile haben sich Interessenten gemeldet, und es stehen als erste Ergebnisse die CO2-Einsparpotenziale, die Investitionskosten und mögliche Preise fest.

Michael Maucher von der Energieagentur Ravensburg stellte diese nun im Rat vor. 1960 Tonnen CO2 könnte demnach bei den derzeit vorliegendem Interesse jährlich an Ausstoß gespart werden. Rund 2700 davon entfallen auf Privatgebäude. „Hier gibt es noch deutlich mehr Potenzial“, so Maucher.

Noch nicht entschieden wurde, wie zusätzlich zur Abwärme der Verallia für Wärme gesorgt wird. In der Diskussion sind Erdgaskessel (Variante 2) oder Erdgaskessel plus Hackschnitzelanlage (Variante 1). Ebenso offen ist, wer das Netz betrieben wird. Möglich wären: die Stadt, ein Externer oder eine Mischform.

Die nötigen Investitionen ins Wärmenetz nannte Bürgermeister Roland Bürkle (CDU) „überschaubar“. Sie belaufen sich nach derzeitigen Berechnungen auf etwa 3,2 Millionen Euro. Diese könnten zu einem guten Teil über Fördermittel finanziert werden.

Die Hausanschlusskosten bezifferte Maucher auf knapp 7200 Euro für ein Einfamilienhaus und auf knapp 30 000 Euro für ein öffentliches Gebäude. Als mögliche Wärmepreise nannte er Zahlen zwischen 7,38 Cent pro Kilowattstunde (Variante 2 im Jahr 2025) und 11,42 Cent pro Kilowattstunde (Variante 1 2020).

Der Terminplan der Stadt, die neben der Energieagentur für dieses Projekt die Erdgas Südwest als Partner im Boot hat, sieht für September/Oktober eine Ratsbeschluss vor. Sollte dieser zustimmen, gibt es kurz danach eine Bürgerinfoveranstaltung. Baubeginn könnte im Mai 2019 sein.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen