„Musik ist für mich ein Weg zurück“

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Hobbymusiker Claus Lehner (rechts) ist der Bandleader von Silverpark, die ansonsten aus Profimusikern besteht.
Hobbymusiker Claus Lehner (rechts) ist der Bandleader von Silverpark, die ansonsten aus Profimusikern besteht. (Foto: Silverpark)
Redakteur Bad Wurzach

Die Band Silverpark aus München tritt am kommenden Freitag, 10. August, in Dietmanns auf. Um 20 Uhr beginnt das Konzert, bei schönem Wetter im Biergarten des Gasthofs Adler, ansonsten auf der Livebühne im Saal.

Die Gruppe besteht zum Großteil aus Profimusikern, die bereits mit Größen wie Gianna Nannini, Richard Palmer-James, Dionne Warwick, Matt Bianco und Curtis Stigers unterwegs war. Bandleader aber ist ein Hobbymusiker: der in Stuttgart geborene und heute in München tätige Geschäftsmann Claus Lehner. SZ-Redakteur Steffen Lang hat sich mit dem 56-jährigen Architekten über seine Musik, seine besondere Beziehung zu Leonard Cohen und seine Verbindung zu Bad Wurzach unterhalten.

Herr Lehner, welche Musik macht Silverpark, wenn die Band am Freitag in Dietmanns auftritt?

Claus Lehner: Wir sind auf einer Leonard-Cohen-Tribute-Tour, um an diesen großartigen Künstler zu erinnern. Das Konzert besteht daher zu einem Teil aus Leonard-Cohen-Songs. Manche werden wir 1:1 covern, andere werden in abgewandelter Form zu hören sein. Der andere Teil des Konzerts besteht aus eigenen Silverpark-Songs. Viele davon gehen auch in Richtung Leonard Cohen, andere erinnern eher an Pink Floyd. Insgesamt wird es ein Programm geben, das von Folk und Blues geprägt ist.

Ganz offensichtlich sind Sie ein großer Cohen-Fan ...

Ja, Leonard Cohen ist mein geistiger musikalischer Ziehvater. Aber er war nicht nur ein großer Singer und Songwriter, sondern auch ein unglaublicher Poet, dessen Bücher und Gedichte mich immer inspiriert haben.

Haben Sie einen Lieblingssong von Leonard Cohen?

Ja, das ist „Chelsea Hotel“.

Wenn Sie am Freitag in Dietmanns auftreten, ist das auch ein Stück weit eine Rückkehr für Sie ...

Ja, ich habe von 1997 bis 2007 in Bad Wurzach und zuvor kurz in Bad Waldsee gewohnt. In dieser Zeit war ich unter anderem für das Fürstliche Haus Waldburg-Wolfegg Projektleiter beim Bau des Golf- und Vitalparks in Bad Waldsee. Aus dieser Zeit kenne ich auch Dieter Hierlemann, den Chef des „Adlers“. Denn das Gasthaus lag auf meiner Joggingstrecke, und ich habe dort oft Pause gemacht.

Wie kommt ein in der Immobilienbranche erfolgreicher Geschäftsmann zur Musik?

Die Musik war in meinem Leben zuerst da. Ende der 1970er-Jahre war ich Mitglied in einer Rock-Coverband. Ich habe die Musik aber ins Regal gehängt, weil ich mir dachte, dass ich damit nicht weiterkomme. Und so habe ich Architektur und BWL studiert. Inzwischen leite ich in München ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitern. 2013 habe ich dann einen Profimusiker kennengelernt, der mir den Impuls gab, wieder Musik zu machen. Wir gründeten die Band und geben seit 2014 auch Konzerte. 2016 haben wir auch eine CD „Time Whisper“ veröffentlicht.

Rock-Coverband klingt jetzt aber nicht gerade nach Leonard Cohen?

Stimmt, aber Cohen war immer da. Ende der 1970er war das Publikum noch nicht reif für seine Songs. Er ist erst später eine wahnsinnige Nummer geworden.

Geschäftsmann und Musiker, das sind zwei recht unterschiedliche Welten. Was ist daran für Sie so reizvoll?

Eben gerade dieser Unterschied. Ein Musiker muss zwar, wie ein Geschäftsmann auch, auf den Punkt vorbereitet sein. Aber wenn man eine Probe ansetzt, kommt der Musiker zwar, aber er kommt vielleicht eine Stunde später – und sieht absolut keinen Grund, sich dafür etwa zu entschuldigen. Als Geschäftsmann muss ich dagegen immer zuverlässig sein, auch wenn die Leute in meinem Business wissen, dass ich ein halber Musiker bin und manchmal etwas anders und lockerer an die Dinge herangehe. Musik ist für mich immer ein Weg zurück, und das ist sehr schön.

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