Mit Menschen, Gott und der Natur verbunden

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Anton Hagenauer und Johanna Jäger (stehend) bei ihrer Ehrung mit P. Günther Mayer und Jupp Eisele (vorne).
Anton Hagenauer und Johanna Jäger (stehend) bei ihrer Ehrung mit P. Günther Mayer und Jupp Eisele (vorne). (Foto: Otto Schöllhorn)
Otto Schöllhorn

Eine Schenkung von ungefähr 20 Bildern von P. Egino Manall aus dem Besitz von Johanna Jäger und Pfarrer Anton Hagenauer an die Stadt Bad Wurzach sind der Anlass für eine Ausstellung im Leprosenhaus, ergänzt um Bilder aus dem Besitz des Salvatorkollegs. Im Rahmen einer festlichen Eröffnung spielte ein Klarinettentrio, das sich aus Stadtpfarrer Stefan Maier, Musikdirektor Hans Herle und Georg Stankalla zusammensetzte.

Bürgermeister Roland Bürkle hob die künstlerischen, musikalischen und naturhaften Impulse des Salvatorianerordens für die Stadt hervor und verband damit den Wunsch, dass viele Besucher das Werk des Künstlerpaters Egino Manall, der auch als Seelsorger, als Freund und Ratgeber in der Stadt gewirkt habe, kennenlernen.

Es sind in Werke zu sehen, die einen Teil des Motivspektrums Pater Eginos abdecken. Voran biblische Themen. Jupp Eisele, ehemaliger Ausstellungsorganisator der Stadt Ravensburg, stellte die Möglichkeiten der Verschleierung von Realität und Virtualität, die Krise des Gottesbildes und die Gefahr der Orientierungslosigkeit voran. Kann da ein Künstler, der noch zugleich Theologe ist, mit seinem Werk auf der Suche nach der Wahrheitsfindung helfen, auf die Seh- und Denkweisen des Betrachters Einfluss nehmen? In P. Egino sieht er einen Künstler, dem es um Begegnungen mit Gott und den Menschen gleichermaßen ging.

P. Günther Mayer ergänzte diese Ausführungen mit dem Hinweis, dass P. Egino seiner Berufung treu im Glauben gefolgt sei und seine künstlerische Fähigkeit in den Dienst der Gemeinschaft gestellt habe. Nach Priesterweihe, Kunststudium und Kriegseinsatz als Sanitäter war er von 1945 bis 1974 im Salvatorkolleg Lehrer für Kunsterziehung und Sport. Es war ihm ein Anliegen, junge Menschen zum Verständnis von Kunst und Gestalten hinzuführen. Auch ermöglichte ihm der Orden ein künstlerisches Wirken im Dienst der kirchlichen Verkündigung als Kirchenmaler. Dabei entstanden Fresken in verschiedenen Kirchen, Sgraffitos zieren Hauswände, er fertigte Mosaikbilder und Kupfertüren. Mit Interesse hat er Zeit seines Lebens die Welt um sich mit aufmerksamen Augen beobachtet und das Gesehene und Erfühlte mit ausdrucksvoller Sensibilität als freier Maler in seinen Bildern festgehalten.

Ein Werk, das den Betrachter durch seine Vielfalt in Stil und Techniken fasziniert, aber auch in den Motiven, die von Religiösem über Landschaften bis zu ausdrucksvollen Darstellungen des Menschen reichen. Das Ried mit seinen Gewässern zog ihn an, vor allem die wirren Formen von Wurzeln, herbstgetönte Baumgruppen an der Ach, im Reif erstarrte Winterlandschaften. Naturalistische Landschaftsbilder, mit expressiv markanten Pinselstrichen für Gräser oder Schilf. Ruhig und statischer die Menschendarstellungen, mal akademisch, mal mit einem Hauch Impressionismus, aber immer auf das jetzt gerichtet: Junge Menschen, Schüler, Kurgäste und Asylanten. Eine sehenswerte Ausstellung, zu der auch ein Begleitblatt von P. Günther Mayer aufliegt, in dem die Werke aufgelistet sind und das Verhältnis zu dem Malerkollegen Sepp Mahler beleuchtet wird.

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