Mehr Bewerber als Kirchengemeinderäte in Bad Wurzach

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Schwäbische Zeitung

Die örtlichen Kandidaten für die anstehende Kirchengemeinderatswahl der Evangelischen Landeskirche in Württemberg haben sich am Sonntag im Gemeindesaal vorgestellt. Pfarrerin Barbara Vollmer freute sich darüber, dass es sich in Bad Wurzach um eine wirkliche Wahl handele, denn als eine der wenigen Gemeinden in Württemberg habe die Evangelische Kirchengemeinde Bad Wurzach mehr Bewerber als Kirchengemeinderäte. Sieben müssen gewählt werden, neun stellen sich der Wahl.

Viele neue Gesichter treten an

Dabei treten laut Pressemitteilung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Wurzach neben den „Urgesteinen“ des Kirchengemeinderats wie Ursula Weizenegger, die bereits zum siebten Mal kandidiert, Astrid Greshake, Markus Krämer und Peter Eckstein auch viele neue Gesichter an.

Die erst 28-jährige Cristin Bopp hält es für wichtig, dass auch die jüngere Generation Verantwortung übernimmt, und meint, dass von einem Austausch der Generationen alle profitieren würden. Zur Wahl stellt sich auch Christine Heine, die sich stark für soziale Gerechtigkeit einsetzen wolle und das gesamtgemeindliche Denken innerhalb der Kirchengemeinde schätze. Für Christian Leggemann, der im kommenden Jahr seine Ausbildung zum Prädikanten beginnt, sei es folgerichtig, auch für den Kirchengemeinderat zu kandidieren. Zum ersten Mal hat sich Franziska Nikolay aufstellen lassen. Sie wisse die Normen und Werte einer Gemeinschaft zu schätzen, die in der heutigen Zeit allmählich verloren gingen. Wilfried Westphal interessiert die Mitarbeit bei Entscheidungen, die der Entwicklung der Kirchengemeinde dienten.

Bis Sonntag, 1. Dezember, wählen

Wählen können alle Gemeindeglieder schon jetzt. Die Kirchengemeinderatswahl endet am Sonntag, 1. Dezember, um 18 Uhr. Dazu wird es im Gemeindesaal ein Wahlcafé geben, um den Wählern die Abstimmung zu versüßen, so die Mitteilung weiter. Neben dem Kirchengemeinderat steht auch die Wahl der Landessynode, dem gesetzgebende Parlament der Landeskirche, an. Dass diese direkt vom „Kirchenvolk“ gewählt werde, sei ein Alleinstellungsmerkmal der Württembergischen Landeskirche innerhalb der ganzen Evangelischen Kirche in Deutschland, denn nur hier werde in „Ur-Wahl“ direkt gewählt.

Darum war der Gottesdienst emotional

Vor der Vorstellung der Kandidaten im Gemeindesaal ist es im Gottesdienst in der evangelischen Kirche Bad Wurzach übrigens sehr emotional geworden. Wie die Evangelische Kirchengemeinde mitteilt, lag das zum Einen daran, dass aufgrund des Ewigkeitssonntags alle Namen der in diesem Jahr verstorbenen Gemeindeglieder verlesen wurden. Zum Anderen, weil die langjährige Organsitin Viktoria Kleinfelder ihr Amt aus persönlichen Gründen niederlegt und von Pfarrerin Barbara Vollmer verabschiedet wurde. Vollmer dankte ihr für die gute Zusammenarbeit, die von einer „perfekten Vorbereitung und ihrem gefühlvollen Orgelspiel geprägt war“. Kleinfelder war sichtlich gerührt, heißt es in der Pressemitteilung.

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