Manchmal gehen Träume in Erfüllung

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Bildtexte: Leonie Reischmann 1: Hat ihren Traumjob gefunden: Leonie Reischmann ist „Tourmanager“ der Aida Kreuzfahrtflotte. Unse
Bildtexte: Leonie Reischmann 1: Hat ihren Traumjob gefunden: Leonie Reischmann ist „Tourmanager“ der Aida Kreuzfahrtflotte. Unse (Foto: Geiselhart)
Schwäbische Zeitung
Brigitte Geiselhart

Die ganze Welt bereisen? Das war immer schon ihr Ding. Reisen und Tourismus womöglich sogar zum Beruf machen? Ihr Traum. Ein Traum, der für Leonie Reischmann aus Bad Wurzach in Erfüllung gegangen ist.

Als Tourmanager der Aida-Kreuzfahrtflotte hat sie Offiziersstatus, ist verantwortlich für alles Organisatorische rund um die Landausflüge, für die Zusammenarbeit mit den lokalen Agenturen vor Ort und hat das Team der beratenden und ausflugsbegleitenden Scouts unter sich. Wo die Kreuzfahrtgäste ihren lang ersehnten Urlaub verbringen, steht die 26-Jährige ihre Frau – und jeden Tag vor neuen Herausforderungen.

Zuletzt war die Bad Wurzacherin zusammen mit rund 1200 Passagieren und 430 anderen Crew-Mitgliedern von Miami kommend in Richtung nordöstliche Karibik unterwegs. Danach ging es wieder zurück nach Florida und dann in den Golf von Mexico – unter anderem auch an die mexikanische Küste und zum Big Easy nach New Orleans.

Bis zu 1000 Gäste buchen einen Ausflug

Wie soll die Ausflugsgestaltung heute aussehen? Mit dem Bus, dem Boot oder zu Fuß? Eine Insel- oder Stadtrundfahrt? Vielleicht eine Wanderung durch den Regenwald, oder lieber eine sportlich anspruchsvolle Kajak- oder Canopy-Tour? „Je nach Hafen haben rund 800 bis 1000 Gäste einen Ausflug gebucht“, erzählt Leonie Reischmann. Wenn es darum geht, den Kreuzfahrern einen schönen und abwechslungsreichen Urlaub zu bereiten, sind also auch logistische Meisterleistungen gefragt.

Gerade die Karibik sei in dieser Hinsicht richtig anspruchsvoll und erfordere ein Vielfaches an Vorbereitung und Einsatz. Hier treffe man teilweise auf sieben bis acht lokale Agenturen pro Hafen. Das sei ganz anders als etwa im Mittelmeer. Man müsse in der Zusammenarbeit vor Ort auch mit anderen Mentalitäten und Standards zurechtkommen. „Und man muss lernen, Dinge entspannter zu sehen“, sagt Leonie Reischmann.

Schon während ihrer Schulzeit am Salvator-Kolleg war die Bad Wurzacherin vom Reisefieber gepackt. Nach dem Abitur war sie mit „Travelling Classroom“ in Venezuela, reiste anschließend mit dem Rucksack durch Costa Rica. In München ließ sie sich zur Reiseverkehrskauffrau ausbilden und lernte dort auch viele Freunde kennen, die schon auf der Aida gearbeitet hatten. Für Leonie Reischmann das entscheidende Signal, sich auch zu bewerben – zunächst als Scout.

Mit Erfolg. „Im Mai 2012 ging es für mich mit der Aidaluna nach Norwegen, dann rüber nach New York und schließlich in die Karibik“, erzählt Leonie Reischmann begeistert, die sich danach wieder eine Auszeit gönnte, um auf eigene Faust ein halbes Jahr nach Südafrika, Australien, Neuseeland und Asien zu reisen. Doch es zog sie zurück auf die Aida. Und als sie schließlich im Juni 2014 die Chance bekam, als Tourmanager zu arbeiten, griff sie zu. Eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut hat.

Miami, Florida, 22. November. Heute steigt Leonies Vater als Kreuzfahrtgast zu. Natürlich für beide eine große Wiedersehensfreude. Und am 14. Dezember werden sie gemeinsam die Aidavita verlassen – für Leonie Reischmann geht’s in den wohlverdienten Heimaturlaub.

Dann locken Mamas Weihnachtsbrötle, natürlich ihre unvergleichlichen Allgäuer Kässpätzle – aber auch der Mädelsabend mit Freundinnen. „Bad Wurzach ist eben nach wie vor mein Heimathafen. Hier ist mein Zuhause“, stellt die Globetrotterin klar.

Im Januar geht’s für sechs Wochen nach Asien

Was nicht ausschließt, dass sie bereits wieder im kommenden Januar privat für sechs Wochen nach Asien reist. Ende Februar wartet dann das nächste berufliche Abenteuer, als Tourmanager auf der Aidasol. Höhepunkte: Der Polarkreis, Island, das Nordkap und Spitzbergen.

Ob Leonie Reischmann irgendwann sesshaft wird? Das steht noch in den Sternen. „Wenn ja, dann auf jeden Fall in der Heimatregion“, sagt sie gewinnendem Lächeln. „Aber dafür ist noch Zeit genug.“

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