Ein Links-Bündnis aus dem Allgäu hat Bad Wurzachs Bürgermeisterin Alexandra Scherer eine Petition mit dem Titel „Kein Nazi-Treff in Bad Wurzach“ überreicht. Anlass war ein Konzert rechtsradikaler Musikgruppen bei Seibranz im vergangenen Oktober. Dort hatten sich rund 200 Menschen für dieses Ereignis auf einem Gehöft getroffen. Drahtzieher war offenbar die in der Großregion zwischen Bodensee und Ulm beheimatete Skinhead-Kameradschaft Voice of Anger.

Nach eigenen Angaben hat das Bündnis Links im Allgäu seit März 566 Unterschriften für die Petition gesammelt. Davon kämen 237 aus dem Landkreis Ravensburg. Als Sprecherin der Aktion trat die bei Memmingen lebende Franziska Mamitzsch auf. Sie betonte bei dem Treffen am Mittwochabend in Schloss Zeil, dass es um die Frage ginge, „was man gegen solche Veranstaltungen machen kann“. In diesem Zusammenhang hatte sie nicht nur das Konzert bei Seibranz im Blick. Sie verwies auch auf Aichstetten. Dort war es im Juli zu einem weiteren rechtsradikalen Konzert gekommen.

Mamitzsch betonte, dass von solchen Veranstaltungen auch Gefahren für umliegende Ortschaften ausgingen. So könnten Rechtsextreme nach entsprechendem Alkoholgenuss zu späterer Stunde womöglich Aktivitäten in nahe Dörfer oder Städte verlagern.

Bürgermeisterin Scherer stellt wiederum fest: „Bad Wurzach ist kein Hort für Nazis.“ Entsprechende Veranstaltungen werde man nicht einfach hinnehmen. Für ein Verbot müsse man aber erst Informationen über die Planungen der Rechtsextremen haben. Nur dann könne im Vorfeld reagiert werden. Bei illegalen Veranstaltungen würde die Stadt im gesetzlich möglichen Rahmen reagieren.

Generell ist es so, dass vor allem das Illertal von Memmingen Richtung Ulm eine Hochburg rechtsradikaler Musikgruppen ist. Darauf weist auch der bayerische Verfassungsschutz hin.

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