„Les Poissons voyageurs“ rocken den Kapitelsaal

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 Coline Ellouz bei ihrem spektakulären Klarinettensolo.
Coline Ellouz bei ihrem spektakulären Klarinettensolo. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Das Tief „Wolfgang“ und die damit verbundene, unsichere Wetterlage, haben den Wurzacher Kulturkreis dazu gezwungen, das Konzert der „Poissons voyageurs“ in den Kapitelsaal von Maria Rosengarten zu verlegen. Für die sechs internationalen Künstler war das aber überhaupt kein Hindernis, die etwa 80 Gäste mit einer packenden Show und toller Musik bestens zu unterhalten.

Stammgäste erinnerten sich sicherlich noch an die Gesichter von Jean Russell am Kontrabass und von Gitarrist Louis Boudot. Sie waren Bandmitglieder von Sunshine in Ohio und beim legendären Konzert in der Leprosenkapelle mit dabei. Und auch in diesem Jahr agierten die musikalischen Weltenbummler mit souveräner Professionalität und vollkommen unerwarteten Showelementen. Ihre Reisen führten sie beinahe rund um den Globus und genauso vielfältig war die Musik.

Der Aufenthalt in Südamerika prägte die Musik des Abends und das Repertoire reichte von feurigen Rhythmen heißer, südamerikanischer Nächte, über ein trauriges Abschiedslied für „Mary Ann“ bis hin zu spirituellen Kirchengesängen. Rauchiger Jazz der amerikanischen Südstaaten paarte sich mit den Einflüssen des Gipsysounds, den die Künstler von ihrer Balkantour mitbrachten.

Ihr internationales Programm garnierten die Musiker mit Slapstick, Musiktheater und beeindruckender Akrobatik. Coline Ellouz spielte nicht nur atemberaubende Klarinettenduette mit ihrem Bandkollegen Jules Fromonteil; sie beherrschte ihr Instrument in jeder Lebenslage, was sie in einer spektakulären Hebefigur unter Beweis stellte. Luis, der Zauberkünstler der Saiten, wechselte mit verbundenen Augen Gitarre mit Ukulele und „The Kind of Swing“, Robin Mora, entlockte seinem Bariton-Saxophon hämmernde DJ-Beats.

Den komödiantischen Vogel schoss Jean Francois Leclerc ab. Eigentlich ein Virtuose an seinem roten Akkordeon, tanzte er wild durch die Zuschauerreihen. Keine Frage, das Publikum war vollkommen aus dem Häuschen, erhob sich klatschend von den Stühlen und feuerte die Musiker bei den geforderten Zugaben lautstark an.

Der Kulturkreis Bad Wurzach bescherte den Zuhörern einen Abend, wie er unterhaltsamer und lebendiger hätte nicht sein können und der sicher noch lange Zeit im Gespräch bleiben wird. Mit Akteuren, die vom ersten Takt an ihr Publikum förmlich mitrissen. Mit einer Stimmung, die temperamentvoll und fröhlich war und die perfekt in das historische Umfeld des Kapitelsaals passte.

Zum Abschied bedankte sich Wolfgang Weiß noch bei den Freien Wählern, die an diesem Abend die Bewirtung übernahmen und die den Erlös daraus an das Haus „St. Hedwig“ in Bad Wurzach spenden.

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