Landratsamt lehnt bestimmte Standorte ab

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Landratsamt lehnt bestimmte Standorte ab
Nina Jahnel

Viele Bad Wurzacher dürften aufatmen, was das Thema Windkraft angeht: Das Landratsamt Ravensburg hat signalisiert, dass es aus Landschaftsschutzgründen keine Windkraftanlagen auf den Höhenzügen rund um das Wurzacher Becken genehmigen möchte. Das hat Bürgermeister Roland Bürkle bei einer Informationsveranstaltung im Dorfstadel in Ziegelbach am Mittwochabend mitgeteilt.

Das Landratsamt selbst hat dies der Schwäbischen Zeitung am Donnerstag auf Anfrage bestätigt. Damit ist es zwar nicht gänzlich unmöglich, dass Bad Wurzach von Windrädern eingekesselt wird, aber zumindest relativ unwahrscheinlich. Für die Stadt selbst besteht dann dort kein Grund, einen Flächennutzungsplan aufzustellen. Und auch private Vorhaben in Richtung Windrad haben es damit schwer.

Die Absage für die direkte Umgebung des Wurzacher Beckens bedeutet allerdings nicht, dass es rund um die Riedstadt nun keine Standorte mehr gäbe. In Frage kommen weiterhin die Gebiete Adelshofen, wo es jetzt schon zwei Windräder gibt, unterhalb von Humberg sowie beim Mangenwald in Richtung Ellwangen.

Das noch junge Energiebündnis Bad Wurzach sprach sich bei der Informationsveranstaltung am Mittwoch mehrheitlich für Windkraft als einen Teilbeitrag zur Energiewende aus. Die Energiewende sei zwar nicht allein durch Windkraft möglich, aber auch nicht ohne, so die Kernaussage.

Einig sind sich Stadt und Energiebündnis darüber, dass die Wertschöpfung von Windkraftanlagen möglich in Bad Wurzach bleiben sollte. Bürgermeister Bürkle stellte drei Möglichkeiten vor, die dies ermöglichen könnten.

Variante eins: Windkraftfonds. Dazu müsste eine Fondsgesellschaft gegründet werden, die Finanzierung würde über geschlossene Fonds mit einer Laufzeit von zehn bis 20 Jahren laufen. Eine Möglichkeit für Groß-, aber auch für Privatanleger, die aber auch erhebliche Risiken berge, wie Bürkle vorstellte.

Variante zwei: die Gründung einer Energiegenossenschaft. Diese wäre insolvenzsicher, ermögliche einen unbürokratischen Ein- und Austritt und unterliege regelmäßigen Prüfungen. Allerdings bestünden auch hier einige Risiken.

Variante drei: Stadt- oder Regionalwerke. Diese Form biete zahlreiche Chancen. Unter anderem würden alle Bürger profitieren, auch ohne eigenen Kapitaleinsatz. Dafür bestehe ein unternehmerisches Risiko.

Bürgermeister Bürkle sieht grundsätzlich in den Stadtwerken die beste Möglichkeit für nachhaltige Bürgerbeteiligung. Unternehmen werde die Stadt aber vorerst noch nichts. Dazu seien zurzeit viele Faktoren wie rechtliche Grundlagen noch ungeklärt.

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