Kritik an fehlender Tarifbindung

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 Petra Krebs schaut sich zusammen mit Markus Bazan, Alexandra Scherer und die Leiterin des Gesundheitsbereichs, Monika Erfurth-H
Petra Krebs schaut sich zusammen mit Markus Bazan, Alexandra Scherer und die Leiterin des Gesundheitsbereichs, Monika Erfurth-Heim (von rechts), die neue Moorbadeabteilung an. (Foto: Patrick Müller)
Redakteur Leutkirch

Bei einem Besuch im Kurhotel hat sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Petra Krebs am Montag bei Geschäftsführer Markus Bazan nach der aktuelle Lage erkundigt und die neue Moorbadeabteilung besichtigt. Dabei kritisierte sie, dass die Mitarbeiter im kommunalen Eigenbetrieb nicht nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt werden.

Bazan skizzierte beim Gespräch mit der Landtagsabgeordneten, zu dem auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer ins Kurhotel kam, welchen Umbruch der Bad Wurzacher Kurbetrieb aktuell durchläuft. Eingeleitet wurde dieser 2014, als sinkende Erträge den Anstoß zu ersten Workshops mit Mitarbeitern gab, bei denen es um die zukünftige Ausrichtung des Kurbetriebs ging. Dabei kristallisierte sich laut Bazan heraus, dass man sich auf den Badetorf als Alleinstellungsmerkmal konzentrieren wolle. Ein Meilenstein sei insofern auch die Eröffnung der neuen Moorbadeabteilung im vergangenen Herbst gewesen.

Der Geschäftsführer beschreibt das Kurhotel als „Hybridbetrieb“, in dem die Übernachtungsgäste, je nach Situation wechselnd, Patienten, Kunden und Gäste seien. Zum einen sei man ein Betrieb, der klinische Leistungen im präventiven Bereich erbringt, zum anderen aber auch ein Hotel, das versucht, auch diese Leistungen auf einem hohen Niveau anzubieten. „Wir sind ein Betrieb, der auf eigenverantwortliche Bürger trifft, die sich eigenverantwortlich um ihre Gesundheit kümmern möchten“, so Bazan.

Zum Satz, den die Krankenversicherung übernimmt, zahlen diese, je nach gebuchter Leistung, bis zu 140 Euro pro Tag selbst dazu, erklärt Bazan. Mit dieser Summe liege man preislich im unteren Drittel, müsse aber „in die Mittelklasse vorstoßen“. Beim therapeutischen Konzept möchte man sich zukünftig noch stärker als Klinik für Naturheilkunde etablieren, weswegen Bazan froh ist, zum 1. März einen neuen Arzt für Naturheilverfahren einstellen zu können.

Bei Krebs, die in ihrer Fraktion Sprecherin für Gesundheits-, Senioren- und Pflegepolitik ist, stößt die Fokusierung auf die Naturheilkunde auf große Zustimmung. Auch die Koalitionspartner in der Landesregierung planen laut ihr, einen Lehrstuhl für Naturheilkunde einzurichten. Was die gelernte Krankenschwester allerdings „befremdlich findet“, ist, dass die Mitarbeiter nicht nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst bezahlt werden. Obwohl das Kurhotel ein Eigenbetrieb der Stadt ist. Bazan erklärt daraufhin, dass die dadurch wegfallenden Zuschläge, etwa für Sonn- und Feiertage, in den Lohn eingepreist seien.

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