Kostenlos mit dem Bus nach Leutkirch fahren

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 Symbolfoto
Symbolfoto (Foto: dpa / Frank Rumpenhorst)
Schwäbische Zeitung

Eine kostenlose Monatskarte zum Ausleihen für den Bus von Bad Wurzach nach Leutkirch liegt für Interessenten in der Postfiliale Memminger Straße 22 bereit. Das Angebot wird von der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde finanziert.

Wer seinen Wohnsitz in Bad Wurzach oder einer der Teilgemeinden hat und nach Leutkirch fahren will, kann sich in der Postfiliale zu deren Öffnungszeiten die dort deponierte Karte kostenlos abholen. Name, Adresse und Telefonnummer sind anzugeben, der Personalausweis vorzulegen. Nach dem Gebrauch muss sie für den nächsten Nutzer schnellstmöglich wieder abgegeben werden.

Die Idee stammt aus dem Aktionsjahr 2018, das den Titel „Armut und Reichtum – soziale Gerechtigkeit?!“ stand. Pfarrerin Barbara Vollmer hatte damals über mehrere Wochen versucht, mit dem Geld, das auch einem Hartz-IV-Empfänger zur Verfügung steht, über die Runden zu kommen. „Ich habe damals gemerkt, dass man sich mit wenig Geld weder ein Auto noch den öffentlichen Nahverkehr leisten kann“, erzählt sie. Aber auch Menschen mit kleinem Budget wollten „einfach mal gerne aus der Stadt wegkommen“ oder müssten es, weil sich in Leutkirch neben Einkaufsmöglichkeiten auch Fachärzte, Job-Center und Beratungsstellen befinden.

Daher haben die beiden Kirchengemeinden eine Monatsfahrkarte gekauft. Erstmals boten sie diesen Service im September an. „Mit ihrer Hilfe können die Menschen selbstverantwortlich handeln und sind nicht auf Geldleistungen für die Fahrkarte oder auf Fahrdienste angewiesen“, sagt Diakon Berndt Rosenthal.

„Nutzer müssen sich zwar beim Abholen ausweisen“, ergänzt Nicole Bodenmüller vom evangelischen Kirchengemeinderat, „aber dies nur, damit wir wissen, bei wem die Karte sich gerade befindet. Es wird nach dem Zurückgeben nichts gespeichert, alles ist datenschutzrechtlich von uns abgeklärt worden.“

Im September, als die Fahrkarte erstmals angeboten wurde, hielt sich das Interesse noch in engen Grenzen. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich dies in diesem Monat ändert. „Die Resonanz ist leider gering gewesen“, bedauert Rosenthal, „wir hoffen, dass der Service sich herumspricht und mehr Menschen ihn in Anspruch nehmen, denn sonst müssten wir die Aktion wieder beenden.“

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