Klartext ist beim Thema Alkohol angesagt

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Informativ, zugewandt und kompetent Rede und Antwort stehend: Susanna Hartmann-Strauss
Informativ, zugewandt und kompetent Rede und Antwort stehend: Susanna Hartmann-Strauss (Foto: Karl-Heinz Schweigert)

Nur eine überschaubare Zahl von Eltern ist am Mittwochabend der Einladung von Beirat und Leitung der Realschule in die Mensa gefolgt, um sich über das Thema Alkohol zu informieren. Als eine versierte Referentin konnte hierzu Susanna Hartmann-Strauss aus Calw gewonnen werden, die gleichermaßen ausführlich und auf die Wirklichkeit bezogen den vom Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie erstellten Leitfaden „Klartext reden“ für Eltern vorstellte.

Erstkonsumalter auf fast 15 Jahre angestiegen

Zugewandt und mit eindrucksvollen Schaubildern zeigte die gelernte Diplom Psychologin und Psychotherapeutin zunächst auf, dass durchschnittlich in Deutschland der Alkoholkonsum zwar auf 10 Liter im Jahr gesunken und das Erstkonsumalter auf fast 15 Jahre gering angestiegen ist. Dennoch bleibt unverzichtbar, insbesondere die Eltern von Kindern und Jugendlichen in ihrer Kompetenz im Umgang mit Alkohol zu stärken.

Unverblümt aufgezeigt wurden dabei dessen Wirkung, „egal in welcher Umgebung er angeboten wird“, auf junge Menschen. So sind zum Beispiel beim „Rauschtrinken“ bleibende Schädigungen im Gehirn die sichere Folge. Deshalb erlaube das Jugendschutzgesetz das Trinken von alkoholischen Getränken erst ab 16 Jahren und von Spirituosen ab 18 Jahren. Generell sollten die Erziehungsberechtigten daher bestrebt sein, den Erstkonsum ihrer Kinder „so lange wie möglich hinaus zu zögern“.

Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen

„Unterschätzen Sie Ihren Einfluss nicht“, so die Ermunterung der Referentin, die diese mit Tipps untermauerte: „Beharrlich mit gutem Beispiel vorangehend den eigenen Standpunkt vertreten, das Kind durch Anerkennung, Vertrauen, Geborgenheit, Anleitung und Regeln in seinem Verhalten stärken“. Sollte der Sohn oder die Tochter dennoch Grenzen überschreiten „sind weder Predigen noch Bemitleiden wirksam, sondern Kümmern, Klartext reden und Grenzen setzen“. Dabei soll es dem Kind nicht leicht gemacht werden, es muss die Konsequenzen selber tragen und entstandener Schaden möglichst selbst wieder gut machen.

Zum Abschluss des gut einstündigen Vortrags wurden wichtige Warnsignale bei problematischem Konsum genannt: Das Kind ist wiederholt verkatert, „schlecht drauf“ und ständig müde, seine schulischen Leistungen lassen nach, es hat Erinnerungslücken und Stimmungsschwankungen sowie Lehrer informieren über unentschuldigtes Fehlen. Bei allem Vertrauen ist dann auch „Mut zur Kontrolle“ angesagt.

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