Jeder dritte Laden verkauft Alkohol an Jugendlichen

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 Drei von neun Geschäfte verkauften einem jugendlichen Testkäufer Waren für Erwachsene.
Drei von neun Geschäfte verkauften einem jugendlichen Testkäufer Waren für Erwachsene. (Foto: Symbolbild: Ralf Lienert)
Schwäbische Zeitung

Anfang Mai haben Polizeiposten Bad Wurzach und Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit einer jugendlichen Testperson mehrere Testverkäufe im Stadtgebiet Bad Wurzach durchgeführt. Wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilt, gab es bei einem Drittel der überprüften Verkaufsstellen Auffälligkeiten.

Getestet worden seien insgesamt neun Verkaufsstellen, berichtet Silvia Dentler vom Fachbereich Ordnung und Soziales. „In drei Fällen wurden dabei Waren an die Testkäuferin herausgegeben, die erst ab 18 Jahren erworben werden dürfen.“ Dies sei immer noch ein zu hoher Anteil, gegenüber der letzten vergleichbaren Überprüfung 2015 (damals 43 Prozent) sei der Anteil positiv getesteter Geschäfte aber wenigstens leicht zurückgegangen.

In allen Verkaufsstellen habe es im Anschluss aufklärende Gespräche mit dem anwesenden Verkaufspersonal und den Filialleitungen gegeben. Zudem sei abgefragt und geprüft worden, wie die Einweisung in Sachen Jugendschutz in den einzelnen Geschäften erfolge und welche Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. „Wo keine Herausgabe von branntweinhaltigen Getränken oder Tabakwaren an die Testkäuferin erfolgte, wurde auch ausdrücklich ein Lob ausgesprochen“, wird Dentler weiter in dem Bericht zitiert.

Insgesamt sei laut Ordnungsamt und Polizei zu begrüßen, dass bei den meisten Verkaufsstellen sehr gute Sicherheitsmechanismen an den Kassen bestehen würden. „Teilweise gibt es aber erhebliche Unterschiede, wie das Verkaufspersonal bezüglich des Jugendschutzes informiert und geschult wird“. Daher solle es künftig auch häufiger in Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier Leutkirch vergleichbare Kontrollen geben.

Leider sei nämlich der Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen nach wie vor ungebrochen, so Dentler. „Auch bei uns gibt es immer wieder entsprechende Vorkommnisse mit teilweise sehr jungen Personen.“ Polizei und Kommune wollten dieses Problem angehen, indem über entsprechende Testkäufe einerseits die Einhaltung des Jugendschutzes besser überwacht wird und die Gewerbetreibenden mehr für das Thema sensibilisiert werden.

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