In Haidgau gehen die Narren jetzt in Kur

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Eine ganz besondere Choreografie von Chadaloh, Hugibold und Pebo gab es in diesem Jahr zum Abschluss des Kuhschwanzlüftens zu de
Eine ganz besondere Choreografie von Chadaloh, Hugibold und Pebo gab es in diesem Jahr zum Abschluss des Kuhschwanzlüftens zu den Klängen der Hoigamer Stroaßa Hupr. (Foto: Ulrich Gresser)
Ulrich Gresser

Es ist wieder soweit: Die Zeit, in der es in Narrenkreisen heißt „S’goht drgega!“ hat ein Ende. Nach dem Angelusläuten der Kirchturmuhr von St. Nikolaus am Dreikönigstag durften die Haidgauer Narren wieder die Straßen und Gassen in Beschlag nehmen.

Zunftmeister Daniel Wassner, der traditionsgemäß beim Kuhschwanzlüften vom „Behnalädele“ des Rathauses herab die Fasnetssaison eröffnet, gab nach den Glockenschlägen das Kommando und so strömten wieder zahlreiche Hästräger samt Narrensamen zum Rathaus.

In Haidgau ist Fasnet neben Spaß auch harte Arbeit. Denn ehe der stiergesichtige Wago mit seiner Laterne den Wolfsleib aus seiner Höhle befreien konnte und die Narren die Straßen bevölkern konnten, mussten sich die Zunftmitglieder im Narrenstüble nach der Sprungbändelausgabe in die Arbeitslisten für die Veranstaltungen der Zunft eintragen. Frei nach dem Motto: erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Unter den Schalmeienklängen der Hoigamer Stroaßahupr’ eilten Pebo, Hugibold und der namensgebende Chadaloh zum Rathaus, um den Start in die neue Fasnetssaison gebührend zu feiern. Gemeinsam mit den Haidgauern feierten Gäste von der Gettezunft, der Narrengilde Reute, die Wassner mit ihrem Narrenruf „Wa muinet r – Ha wellaweag“ empfing. Außerdem kamen einige Leute aus Bad Wurzach, die der Zunftmeister mit einem kräftigen „Worum – Dorum“ willkommen hieß.

Mit der üblichen Formel „Dreihondertondsechsazwanzig Däg honder in der Truhe g´schteckt, eier G´schell klingt no dumpf und natt und eier Fell isch no it so glatt“ begrüßte der Zunftmeister dann die gesamte Narrenschar. „Und jetzt ihr Narra, sprenget zua, holet en raus, dr Schwanz von dr Kuah.“ Bei dem von Klaus Wachter, Dirigent der Haidgauer Musikkapelle, komponierten Haidgauer Narrenmarsch ging die Narrenschar begeistert mit. Mit den obligatorischen Verhaltensmaßregeln für die Weißnarren und einigen deftigen Narrensprüchlein entließ der Zunftmeister die große Narrenschar in die Saison, nicht ohne vorher alle zum Narrensprung am 23. Februar einzuladen sowie zum Zunftball eine Woche später, der in diesem Jahr das Motto „Auszeit pur! Narren in Kur“ hat.

Zwei Neumitglieder, Daniel Romer und Celina Katranitz, eines der Patenkinder des Zunftmeisters, stellten sich mit einem Narrensprüchlein vor, ehe die Schalmeien zum großen Finale bliesen.

Nach dem Dank an Ortsvorsteherin Ernestina Frick, an die Schalmeien, an Feuerwehr und alle Mitglieder, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten, lud der Zunftmeister Narrenschar und Gäste zur Party ins warme Schützenhaus ein, wo so mancher noch in den ersten richtigen närrischen Tag der nun angebrochenen Saison hineinfeierte.

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