Im Fass wieder einen Boden einziehen

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Bürgermeister Roland Bürkle freut sich über das Angebot der Caritas mit Ute Mayer (rechts) und Ramona Wiest.
Bürgermeister Roland Bürkle freut sich über das Angebot der Caritas mit Ute Mayer (rechts) und Ramona Wiest. (Foto: Steffen Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Für die Sprechstunden ist eine Terminvereinbarung notwendig. Für die psychologische Familien- und Lebensberatung von Ute Mayer und Ramona Wiest ist dies unter Telefon 07561 / 90660 möglich, für die Suchtberatung von Matthias Hoffmann unter Telefon 0751 / 3590150.

Seit zwei Jahren bietet die Caritas Bodensee-Oberschwaben Beratungssprechstunden in Bad Wurzach an. Ihren Sitz hat sie im katholischen Gemeindehaus St. Maria in der Memminger Straße 11, neben der Grundschule.

Dort bieten die Sozialpädagogin Ramona Wiest und die Diplompsychologin Ute Mayer mittwochs kostenlos Beratung bei Ehe- und Paarproblemen, Erziehungsfragen und Konflikten wie Mobbing, Einsamkeit oder Burn-Out an. Und dies für alle Altersklassen vom Schüler mit den Pubertätsproblemen bis hin zu Senior, den Armut oder Einsamkeit plagen.

Für die Zuhause-Leben-Beratung steht jeden dritten Donnerstag im Monat von 9 bis 11 Uhr Marion Bofinger bereit. Matthias Hoffmann ist montags für die Suchtberatung zuständig.

„Wir hatten bemerkt, dass unsere Angebote in Leutkirch kaum aus dem Umland genutzt werden“, erinnert sich Ramona Wiest, wie es zur Beratungsstelle in Bad Wurzach kam. „Gleichzeitig wussten wir aber zum Beispiel durch die Schulsozialarbeiter, dass auch in Bad Wurzach der Beratungsbedarf da ist.“

Das hat sich in den vergangenen zwei Jahren so bestätigt. Auch die Kooperation mit Kindergärten, Schulen und Sozialarbeitern sei vor Ort besser möglich, betont Ute Mayer. Vor allem die Schulsozialarbeiter seien wichtig bei der Beratungsarbeit: „Sie begleiten Beratungssuchende oft zu uns oder wir kommen zum gemeinsamen Gespräch.“

„Wir können neutral und auf Augenhöhe beraten. Wir unterliegen dabei einer Schweigepflicht, auch gegenüber Ämtern“, hebt Ramona Wiest die Vorteile eines solchen Angebots außerhalb einer Amtsstube hervor. „Wir beraten in einem sehr geschützten Rahmen, gehen an die Probleme ohne Schema F heran und können sehr individuell auf die Menschen eingehen.“ Ein Ziel sei es dabei stets, dass die Menschen „sich wieder selbst vertrauen und sich fähig fühlen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen“, sagt Ute Mayer.

„Und wir beraten dabei nicht nur kostenlos, sondern arbeiten auch überkonfessionell“, unterstreicht Ute Mayer. Die Beratungsräume im Landkreis Ravensburg sind zwischen der (katholischen) Caritas und der (evangelischen) Diakonie aufgeteilt, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Man arbeitet zusammen, statt Konkurrenz zu sein.

Der Bad Wurzacher Bürgermeister Roland Bürkle ist „sehr froh“ über das Beratungsangebot der Caritas in der Stadt. „Unser soziales System ist nicht schlecht, aber manche brauchen den einen ,Schugger’, zum Beispiel um die Anträge auf Hilfe auszufüllen.“ Schon das könne manchmal ausreichen, um aus sozialer Not wieder herauszukommen, ist Bürkle überzeugt. „Und da ist es oft wichtig, die Hemmschwelle gering zu halten. Und eine Beratung vor Ort hilft dabei enorm.“ Zudem sei es auch eine finanzielle Frage, ob man nach Leutkirch fahre oder nicht.

„Keine Schande“ sei es, Beratungshilfe anzunehmen und die möglichst frühzeitig, betont Bürkle dabei. So könnten seiner Meinung nach viele Probleme gelöst werden, ehe sie aus dem Ruder laufen. „Es geht darum, in ein Fass ohne Boden wieder einen Boden einzuziehen.“

Für die Sprechstunden ist eine Terminvereinbarung notwendig. Für die psychologische Familien- und Lebensberatung von Ute Mayer und Ramona Wiest ist dies unter Telefon 07561 / 90660 möglich, für die Suchtberatung von Matthias Hoffmann unter Telefon 0751 / 3590150.

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