Ulrich Gresser

Die Musikkapelle Eggmannsried hat, gemeinsam mit dem Organisten der Basilika Weingarten, Stephan Debeur, anlässlich der Weihe der von dem Ertinger Bildhauer Gerold Jäggle geschaffenen Jakobusfigur ein wunderbares Konzert gespielt. Künftig wird die Skulpturennische hoch über dem Eingang der dem Heiligen Jakobus geweihten Kirche in Eggmannsried füllen.

Mit der Unity Fanfare, einem anspruchsvollen Eröffnungswerk des österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz, eröffnete die Musikkapelle Eggmannsried würdevoll den Weihegottesdienst und das Konzert. Lange habe die Kirchengemeinde überlegt, mit welcher Art von Skulptur des Kirchenpatrons sie die Nische über dem Kircheneingang füllen könnte, erklärte Pfarrer Paul Notz bei seiner Begrüßung. Nun grüße die Jakobusfigur einladend und freundlich, als wolle sie allen sagen, die sich unten auf der Bundesstraße bewegen: „Kommt doch alle herauf.“

Eucharistisches Zusammenspiel

Nach dem Evangelium, in dem Jesus aus Petrus, Jakobus und Johannes Jünger und „Menschenfischer“ für das Wort Gottes machte, spielte die Musikkapelle erstmals gemeinsam mit Stephan Debeur das Lied „Lobe den Herrn“. Nach Fürbitten und Vater unser gab es noch einmal beim „Nun danket all“ ein eucharistisches Zusammenspiel von Musikkapelle und Orgel, ehe zunächst der Organist Stephan Debeur, der für gewöhnlich die weltberühmte Gabler-Orgel in der Basilika bespielt, mit dem „Priere“ (Gebet) des französischen Komponisten Alexandre Guilmant als Solist zu glänzen vermochte.

Florian Straub, der für die Musiker als Ansager des Konzertes fungierte, erklärte den rund 100 Besuchern, wie es sein kann, dass ein so renommierter Organist wie Debeur bei dieser Weihe mitspiele. Die St.-Jakobus-Kirche habe nämlich neben der jetzt geweihten Patronatsfigur auch noch ein sehr spezielle, weil mechanisch angesteuerte Orgel.

Mit dem Konzertstück „Der Festtag“ von Sepp Tanzer und dem Andantino in G-moll von Franck César setzten Musikkapelle und Organist weitere musikalische Glanzpunkte. Mit der musikalischen Umsetzung des Dietrich Bonhoeffer Gebets „Von guten Mächten“, das dieser kurz vor seiner Hinrichtung schrieb, schlug die Musikkapelle einen wunderbar ergreifenden Bogen zur modernen Musik, mit dem sie und der Organist das Konzert beendeten.

Coldplay-Hit erklingt

Nachdem Pfarrer Notz Geschenke an Künstler und musikalische Mitwirkende verteilt hatte, beendeten Musikkapelle und Organist Debeur das Konzert mit dem gemeinsam gespielten Coldplay-Hit „Viva la vida“, ehe die Festversammlung zur eigentlichen Segnung der nunmehr in sechs Meter Höhe thronenden Figur vor die Kirche ging.

Die Jakobusfigur, die an diesem Sonntag geweiht wurde, wird die Nische im Wortsinne mit Leben erfüllen. Denn sie wird sich im Laufe des Tages durch den Licht- und Schattenverlauf stetig verändern, wie der Künstler Gerold Jäggle erklärte. Möglich sei dies einzig durch die Technik des Scherenschnittes. Der konkaven Nische habe er die konvex gebogene Figur entgegen gesetzt.

Mit dem von der Musikkapelle gespielten „Großer Gott wir loben dich“ endete die Weihefeier. Für sämtliche Teilnehmer der Feier gab es als Geschenk noch jeweils eine Jakobsmuschel mit auf den Nachhauseweg. Doch bis es so weit war, wurde neben der Kirche noch bei einem Umtrunk auf die nun weithin sichtbare Patronatsfigur angestoßen.

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