Großer Andrang im Kapitelsaal

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 Bei der Vernissage (von links): Rainer Reschetzki, Susanne Frank, das Ehepaar Rosemarie und Friedemann Stäbler, Johannes Stäble
Bei der Vernissage (von links): Rainer Reschetzki, Susanne Frank, das Ehepaar Rosemarie und Friedemann Stäbler, Johannes Stäbler und Alexandra Scherer. (Foto: Patricia Gragnato)

Der Kapitelsaal im Kloster Maria Rosengarten in Bad Wurzach platzte schier aus allen Nähten – bis zuletzt wurden Stühle herbei geschafft, die dann aber doch nicht ausreichten, so dass viele der um die hundert Besucher der Vernissage von Ehepaar Rosemarie und Friedemann Stäbler sowie dessen Cousin Johannes Stäbler stehend der Veranstaltung beiwohnten.

Rosemarie Stäbler konnte am Sonntagnachmittag in ihrer Begrüßung ihre Rührung über das große Interesse kaum verbergen, schließlich seien sie „doch nur Laien“. Eigentlich ist die Ausstellung der Stäblers eine „Notlösung“, denn die Bilder von Walter Blum, der eigentlichen nächsten Ausstellung, sind für die Städtische Galerie im Kapitelsaal zu großformatig, sodass diese Vernissage am Freitag, 31. Januar, um 19 Uhr im Naturschutzzentrum stattfinden wird.

Aber von Notlösung kann keine Rede sein. Denn sowohl die Bilder in Aquarell, Seide und Acryl als auch die Fotografien verzaubern nicht nur durch ihre Vielfalt – drei Künstler, drei Stile -, sondern auch durch ihre große professionelle Kreativität.

So bezeichnete die „Hausherrin“ der Städtischen Galerie, Bürgermeisterin Alexandra Scherer, in ihrer Begrüßung die Ausstellung als eine ganz besondere, denn „es ist ein Stäbler-Ausstellung“ und der Andrang beweise, wie beliebt die Stäblers seien und welch hervorragende Arbeit Rosemarie Stäbler leiste. Seit 1997 organisiert sie ehrenamtlich die Kunstausstellungen der städtischen Galerie - 231 bis dato.

Ihr obliegt die Suche nach den Künstlern, deren Betreuung, Auf- und Abbau und die Organisation der Vernissagen. Dabei kommt ihr ein großes Netzwerk zugute. Aber sie bietet auch jungen und regionalen Künstlern ein Sprungbrett in die Öffentlichkeit, was Scherer sehr zu schätzen weiß. Darüber hinaus habe sie sich auch durch Kurse in Seidenmalerei im Rahmen der Volkshochschule beliebt gemacht.

Scherers Begrüßung war fast schon eine Laudatio, die aber im Anschluss von Rainer Reschetzki gehalten wurde. Er beschrieb zuerst den Werdegang der drei Künstler. Rosemarie Stäbler liebt Farben und schöne Kleidung, weshalb sie irgendwann begonnen hatte, Tücher, Schals und Krawatten zu bemalen, um dann 1977 zu Aquarellen auf Seide überzugehen.

Malermeister Friedemann Stäbler hatte in den 8oer Jahren mit Landschaftsmalerei in Aquarell begonnen und gab 25 Jahre lang Kurse im Mütterkurheim. Johannes Stäbler widmet sich seit seiner Pensionierung der Malerei, wobei er die Moderne und Phantasien bevorzugt.

Reschetzki schilderte dann, welche Fragen es vor der Vernissage zu klären galt, um dann philosophisch auf die Parallelen zwischen Aquarellen und dem Leben einzugehen. Bei beiden könne man keine Fehler korrigieren und keine Wiederholungen fabrizieren. Und er dankte den Stäblers, dass sie mit ihren Bildern ein Stück ihres Lebens offenbaren.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch Susanne Frank aus Ingelheim, einer Cousine von Friedemann Stäbler, mit ihrer Querflöte gestaltet. Sie überzeugte mit der H-Moll-Suite von Johann Sebastian Bach, Variationen zu „Hey Jude“ der Beatles sowie dem 1. Satz aus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“.

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