„Glaubensgruppe ohne G’schmäckle“

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45 Mitglieder zählt die Gemeinschaft Salvatorianischer Laien in Bad Wurzach heute. Sie ist vor 20 Jahren gegründet worden – als (Foto: Franziska Zeh)
Schwäbische Zeitung
Franziska Zeh

Die Gemeinschaft Salvatorianischer Laien in Bad Wurzach besteht seit 20 Jahren. Als erste Laiengruppe in Deutschland entstand sie im März 1993 auf Initiative von Pater Paulus Blum. Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt verstreut salvatorianische Ordens- und Laiengruppen. In Deutschland befinden sich davon neun mit insgesamt ungefähr 150 Personen.

Seit ihrer Gründung wuchs die Bad Wurzacher Laiengruppe von den anfänglichen 21 auf heute 45 Mitglieder. Diese treffen sich jeden ersten Sonntag im Monat nachmittags zur gemeinsamen Eucharistiefeier und anschließendem Austausch und Beisammensein im Gottesdienstraum des Gymnasiums Salvatorkolleg. Die Gemeinschaft organisiert außerdem jedes Jahr einen Gemeinschaftstag, ein Sommerfest, sowie Einkehrtage und den Begegnungstag.

„Es ist persönlicher und vertrauter“

„Der Unterschied zu einer örtlichen Kirchengemeinde ist, dass man nicht sozusagen hineingeboren wird, sondern sich bewusst für die Gruppe entscheidet. Es ist untereinander auch persönlicher und vertrauter, und man kann zum Beispiel über eigene Probleme oder Fragen sprechen, ohne, dass man gleich belächelt wird oder etwas nach außen dringt“, sagen die Gründungsmitglieder Rita und Hubert Willburger.

Trotzdem nehmen die Laiensalvatorianer auch am Leben in ihren örtlichen Kirchengemeinden teil und engagieren sich dort. Pater Paulus Blum beabsichtigte vor 20 Jahren, eine eigenständige Laiengruppe zusammenzubringen. Dort sollten sich die Menschen gegenseitig über ihren Glauben austauschen, ihn in Gemeinschaft leben und sich gegenseitig helfen. Er selbst beschreibt die Gemeinschaft so: „Wir sind eine Gruppe mit Farben und Akzenten ohne, dass wir ein G’schmäckle haben, das heißt, zu süß oder zu fromm sind.“

Zugehörigkeit ganz im Sinne des Gründers

Die Salvatorianer – salvator heißt im Lateinischen Heiland –bestehen aus einem Männerorden sowie einem Frauenorden und den sogenannten „Salvatorianischen Laien“. Mit „Laien“ sind – abgeleitet vom griechischen Wort laos, das Volk – „Dazugehörige“ gemeint, die allerdings weder dem Männer- noch dem Frauenorden angehören. Diese Zugehörigkeit ist ganz im Sinne des Gründers der Salvatorianer, Pater Franziskus Jordan.

Er gründete 1881 und 1888 die beiden Ordensgemeinschaften mit einem damals ganz neuen Hintergedanken: Laien, Priester und Ordensleute, Männer und Frauen, Alt und Jung sollten in der Kirche zusammenwirken.

Der Begegnungstag

„2000 Jahre Kirche – 50 Jahre 2. Vatikanisches Konzil – 20 Jahre Gemeinschaft Salvatorianischer Laien“ – das ist das Motto der Gemeinschaft Salvatorianischer Laien aus Bad Wurzach für ihren Begegnungstag. Zu diesem Treffen, das jedes zweite Jahr stattfindet, laden die Salvatorianer alle Interessierten am Sonntag, 15.September, ein. Der Begegnungstag beginnt mit dem Festgottesdienst um 9.15Uhr in St.Verena, den Weihbischof Thomas Maria Renz zelebrieren wird. Danach findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kirche mit Zukunft – Gemeinsam neue Wege gehen“ statt, die Joachim Rogosch aus Leutkirch moderieren wird. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

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