Schwäbische Zeitung
Ida Vollmar

Das war starkes Frauen-Kabarett im Adler in Dietmanns, mit dem die Kleinkünstlerin Eva Eiselt aus Köln das Publikum zum Lachen und Schenkelklopfen gebracht hatte. Gekonnt wechselte Eiselt zwischen verschiedenen Figuren, besonders hervorzuheben die Assistentin Sigrid, die Bundeskanzlerin oder ein Mann, welcher durch stupide Unwissenheit die Europäische Zentralbank um Millionen erleichterte.

Doch bevor die Show losgehen konnte, musste das Ordnungsamt den Intelligenzquotient des Publikums, den Abstand zur Bühnenkante und die Luftfeuchtigkeit im Raum messen. Die Werte waren ganz in Ordnung. Doch wo war eigentlich die richtige Eva Eiselt, die Kabarettistin, für die alle gekommen waren?

Sigrid, die Assistentin musste die Künstlerin entschuldigen, sie läge betrunken in der Umkleidekabine.Jetzt war es ihre Aufgabe, das Publikum bei Laune zu halten, doch die Dame mit dem karierten Blazer und der Brille hatte bei den letzten Shows gut aufgepasst und wusste wie man die Zuschauer zum Lachen bringt.

Auch Angela Merkel kam an diesem Abend zum Zug, wieso auch nicht, „kein Kabarett ohne Angie“, so Eiselt. Und plötzlich befand sich das Publikum in Berlin, bei einem Tag der offenen Kanzlerin. Zuerst war Merkel überfordert mit den vielen Menschen vor ihrem Schreibtisch. Doch natürlich ging sie auf die Wünsche und Probleme der Besucher ein. Was sie sich denn für die Stadt Bad Wurzach wünschen würden. Ein Hallenbad, Windräder und einen Flugplatz. Alles klar, kein Problem für Angie, nur noch schnell mit Pofalla telefonieren, doch wieso lacht im Hintergrund Barack Obama, hört er sie schon wieder ab?

Powerfrau in Person

Zum Schluss wurde Sigrid bewusst, dass sie eigentlich gar nicht existiert, dass sie nur eine erfundene Figur ist, geschrieben von Eva Eiselt. Deshalb tat sie das, was sie schon immer wollte, sich aber nie getraut hatte: Sie tanzte auf der Bühne und das Publikum lachte. Egal, sie existierte ja sowieso nicht.

Eva Eiselt ist Meisterin darin, das Publikum schonungslos ins Programm einzubeziehen. Sie stellte dem Publikum mehrere Menschen mit komischen Geschichten vor, scheute nicht vor Dialekten und doch blieb sie immer sie selbst: Eva Eiselt, Frauenpower in Person.

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