Frank Metzger und seine Musikanten lassen den Kursaal beben

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Frank Metzger und seine Musikanten lassen den Kursaal beben

Nicht nur Glücksmomente, wie es auf dem Plakat hieß, sondern gleich drei Stunden lang feinste böhmisch-mährische Blasmusik hat es am Samstagabend für die zahlreichen Gäste im Bad Wurzacher Kurhaus gegeben.

Einen bunten musikalischen Strauß mit fetzigen Polkas, stimmungsvollen Walzern, zarten Melodien von Liebe und Heimat, lustigen und hochqualifizierten Vorträgen von Solisten, garniert mit dem allseits schwungvollen Dirigat von Frank Metzger und dem perfekt gesetzten Paukenschlag am Ende der Stücke boten die circa 20 Musiker der deutschlandweit bekannten „Jungen Böhmischen“, die 2012 bereits ins fünfte Jahr ihres Bestehens gehen.

Dass Dirigent und Gründer der „Jungen Böhmischen“, Frank Metzger, es mit jedem Hochleistungssportler im Diskuswerfen oder Boxen aufnehmen könnte, ist bekannt, mit soviel Herzblut und körperlichem Einsatz ist sein Dirigieren verbunden, obwohl das seine Spitzenmusiker, zum Teil selber Dirigenten, gar nicht so sehr nötig hätten. Und doch setzt er damit den i-Punkt, seiner böhmischen Blasmusik absolute Präzision und perfekte Stilistik zu geben. Da stimmt einfach alles: hochbegabte und begeisterte Musiker, das frohgelaunte und harmonische Miteinander auf der Bühne, Solisten und Gesang sowie fein abgestimmte Technik von Bernd Merz am Pult. Mit Uli Ocker haben „Die Jungen Böhmischen“ einen Ansager, der nicht nur Witze erzählt, damit Musiker und Dirigent ein bisschen Verschnaufpause haben, sondern auch das Publikum in den Abend miteinbindet. Begeistert wurde mitgeklatscht, mitgewippt und gesummt, denn zur böhmischen Blasmusik gehört ebenfalls der gefühlvolle Gesang von Liebe, Sehnsucht und Heimat im gemischten Duo. Frank Metzger zeigte auch hier seine Qualitäten, wenn er im Duett mit Schwester Daniela Merz die typischen böhmischen Melodien sang.

Strumpf-und-Schuh-Striptease

Zu einem böhmischen Abend gehören aber auch die Solovorträge verschiedener Instrumente, wie Markus Merz und Alexander Ott mit den Flügelhörnern oder der erst 22-jährige Stefan Müller mit seiner Posaune zeigen. Nicht nur das Publikum, sondern auch die Musikerkollegen amüsierten sich köstlich an seiner quakenden „Frosch-Polka“, ganz zu schweigen von seinem Strumpf-und-Schuh-Striptease, bei dem er sein Instrument mit den nackten Zehen spielte. Erich Langohr am Schlagzeug setzte immer wieder den pompösen, feuerwerkartigen Paukenschlag, ohne den die böhmische Blasmusik nicht vorstellbar wäre. Ebenso wenig, wie ein Konzert ohne das Potpourri aus in der Szene weltbekannten Titeln wie Rosamunde oder vom „Franz auf der Vogelwiese“.

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