Faire Handelsverträge für Ostafrika

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 Die Veranstalter und Referenten plädieren für Produkte aus fairem Handel.
Die Veranstalter und Referenten plädieren für Produkte aus fairem Handel. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Ein fairer Handel zwischen Europa und Afrika hat am Sonntag im Gemeindehaus Unterschwarzach zur Diskussion gestanden. Peter Niedergesäss, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmerbewegung referierte über die Folgen der derzeitigen Handelsvereinbarungen. Besonders der Export von Milchpulver stand dabei im Fokus.

„Es ist absurd; Europa leistet Entwicklungshilfe in Afrika und hebelt sie zugleich durch Dumpingpreise der Exportgüter wieder aus“, brachte es Niedergesäss auf den Punkt. Es sei derzeit in Afrika günstiger, aus europäischem Milchpulver Joghurt herzustellen, als die Rohstoffe von eigenen Erzeugern zu verwenden. Diesem Absurdum soll nun durch eine Petition Einhalt geboten werden. Darin wird nicht nur ein fairer Handel gefordert, sondern auch auf die Einhaltung von Arbeitsrecht und Klimaschutz hingewiesen.

Um die Vorort-Situation noch besser zu beschreiben, reiste Adama Dembele, ein Milchbauer aus Mali, an und berichtete über die bestehende Problematik in den afrikanischen Staaten. Die dortigen Bauern seien gezwungen, schon beim Futtersaatgut auf die klimatischen Bedingungen einzugehen. Wenn dann der Milchabsatz nicht gewährleistet werden kann, entzieht das den Menschen vor Ort ihre Existenzgrundlage.

Rainer Forster, Geschäftsführer vom Bundesverband Deutscher Milchbauern hatte für die derzeitige Überproduktion von Milch keine nachhaltige Lösung parat. Ein Export von Milchpulver, das zudem noch mit Palmöl vermischt werde, könne aber auch, nach seiner Meinung, nicht die Lösung des europäischen Problems sein.

Einigkeit bestand bei sämtlichen Referenten darüber, dass ein afrikanischer Binnenmarkt entstehen müsse. Dabei sei eine europäische Unterstützung unerlässlich. Es gelte nun, die Wirtschaftslage durch Projekte zu stärken und somit das Einkommen der Bevölkerung konstant zu verbessern, damit kein Mensch in Ostafrika mehr Grund hat, vor bitterer Armut fliehen zu müssen.

Pfarrer Paul Notz, Gastgeber der Veranstaltung, bedankte sich für die nachdrücklichen Worte und das große Interesse seitens der Gemeinde. Er appellierte an die Zuhörer, sich fair gehandelten Produkten zuzuwenden; die angebotenen Osterkerzen aus Uganda passten dabei ganz besonders gut in den Beginn der „heiligen“ Woche.

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