Eine Gestängetiefpumpe zur Erdöl-Förderung der Wintershall Holding GmbH in Landau pumpt Erdöl an die Oberfläche. Das Foto ents
Eine Gestängetiefpumpe zur Erdöl-Förderung der Wintershall Holding GmbH in Landau pumpt Erdöl an die Oberfläche. Das Foto entstand 2010. (Foto: dpa / Ronald Wittek)

Der Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall hat die bergrechtliche Erlaubnis für geologische Untersuchungen im Raum Bad Wurzach, Rot an der Rot und Aitrach bis 2020 verlängern lassen.

Nach der seismischen Untersuchungen vor drei Jahren wolle man sich die Option erhalten, im Zweifelsfall weitere Forschungen machen zu können, sagt ein Unternehmenssprecher. Geplant sei aber gegenwärtig nichts. Ob sich irgendwann eine Förderung lohne, bezeichnet er als offene Frage.

Bis 1995 war in der besagten Region Erdöl aus dem Boden geholt worden. Zu den Hochzeiten waren es täglich rund 200 Tonnen aus 18 Förderstellen. Weil sich der Betrieb aber letztlich nicht mehr rentierte, wurde die Förderung aufgegeben.

Schon damals war Wintershall tätig gewesen. Vor einigen Jahren kamen in dem Unternehmen mit Sitz in Kassel Überlegungen auf, ob sich eine erneute Förderung mit modernen, effektiveren Methoden lohnen könnte. 2015 ließ Wintershall die Gegend zwischen Bad Wurzach, Rot an der Rot und Aitrach deshalb geologisch untersuchen. Hierzu wurde der Boden mit Spezialmaschinen erschüttert. Messanlagen erfassten die Schwingungen im Boden. Daraus ergab sich dann ein geologisches Profil.

„Diese Daten haben wir ausgewertet und wissen nun, dass die Lagerstätte noch Potenzial zu bieten hat“, erklärt Mark Krümpel, Pressesprecher für die Deutschland-Geschäfte von Wintershall. Nun prüfe das Unternehmen, ob das verbliebene Erdöl wirtschaftlich gefördert werden könne. In diesem Zusammenhang sei nicht nur der Weltmarktpreis des schwarzen Bodenschatzes ausschlaggebend. Krümpel verweist darauf, dass auch andere Faktoren in die Berechnung mit einfließen würden. Dies könnte beispielsweise die Infrastruktur für den Abtransport sein.

In der Förderperiode im vergangenen Jahrhundert war das Erdöl per Pipeline nach Tannheim bei Memmingen gekommen. Dort hatte es einen Verladebahnhof gegeben. Von diesen Einrichtungen ist jedoch nichts mehr vorhanden. Wintershall müsste also von vorne anfangen.

Krümpel betont ausdrücklich: „Da wir in den vergangenen zwei Jahren viele Projekte an unseren bereits bestehenden Standorten in Süddeutschland durchgeführt haben, ist bislang noch keine Entscheidung über die mögliche Wiedererschließung in Oberschwaben getroffen worden.“ Er verspricht akkurate Informationen, sollte sich etwas tun.

Nach geologischen Untersuchungen nordöstlich von Memmingen hatte sich Wintershall zu Probebohrungen in Lauben und Bedernau entschlossen. Wie Krümpel sagt, werde in Lauben inzwischen Erdöl gefördert. In Bedernau warte man noch die Ergebnisse der Testförderung ab. Das Zentrum der Wintershall-Förderung in Süddeutschland liegt in Großaitingen südlich von Augsburg.

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