Eine Hommage an Leonard Cohen Musikalisch einfühlsame Erinnerungen an den großen Leonard Cohen

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Silverpark in concert auf der Adlerbühne
Silverpark in concert auf der Adlerbühne (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Die Band „Silverpark“ aus München covert Leonard Cohen – und der Adlersaal in Dietmanns ist voll besetzt: Aufgrund der Witterung musste das Konzert am Freitagabend vom Biergarten doch noch nach drinnen verlegt werden, was die gute Stimmung aber nicht schmälerte.

Mit „Tribute to Leonard Cohen“ würdigte Silverpark das musikalische Lebenswerk des 2016 verstorbenen, großen kanadischen Singer-Songwriters, dem sich das Ensemble musikalisch verschrieben hat.

Der Abend war typisch „Cohen“: poetische Liedtexte, gespielt und gesungen mit leidenschaftlicher Hingabe. Immer unterlegt mit diesem leisen Hauch Schwermut und Melancholie im gesanglichen Ausdruck und in der Interpretation.

Claus Lehner kommt als Sänger dem Original ziemlich nahe. Seine Stimme passt perfekt zu den Texten, und im ersten Teil des Konzerts brachte Silverpark Stücke von Leonard Cohen aus längst vergangenen Zeiten auf die Bühne: Wie sein großes Vorbild schafft es Lehner nicht, hohe Töne zu singen. Dafür ist Eva Jagun als Sängerin in hohen Tonlagen umso besser aufgestellt. Mit ihrer herausragenden Stimme hellte sie die Songtexte auf und vervollständigte ganz vorzüglich die harmonisch leise Klangweise im gesanglichen Vortrag.

Ehe sich Schwermut im Saal ausbreiten konnte, griff Erich Schachtner in die Saiten. Er spielte mit vollem Körpereinsatz, forderte seine Gitarre förmlich heraus und riss das Publikum mit seinen furiosen Soli mit. Als Background-Sänger und im Duett mit Percussion-Künstler Emil Gross bescherte er den Zuhörern weitere Höhepunkte des Abends.

Warme Blues- und Folk-Stimmung

Auch wenn sich, wie Claus Lehner betonte, die Eigenkompositionen an Leonard Cohen anlehnen, war „Once Upon a Time“ dann eher im Rock-Pop angelegt. Ursprünglich als Filmmelodie für „Luna“ komponiert, ist ein cooler Song entstanden, der diesen ruhigen Gleichklang unterbrach und rockige Lebendigkeit auf das Publikum übertrug.

Die vier Profimusiker und ihr Sänger schufen eine warme Blues- und Folkstimmung und hielten diese während des ganzen Konzerts aufrecht. Der Wechsel zwischen den Stilrichtungen und die instrumentalen Dominanzen der Gitarre gestalteten das Konzert dennoch lebendig, ohne aufregend zu werden. Kleine, musikalische Bonbons, die von Gitarre, Geige und Percussion eingestreut wurden, und die zuverlässige Begleitung von Alex Klier an der E-Gitarre zeigten das ganze Können der Band.

Große Hits im Repertoire

Natürlich hatte „Silverpark“ auch die größten Hits ihres Vorbildes im Repertoire: „Suzanne“, „Bird on the Wire“ oder Cohens Spätwerk „Hallelujah“ – die Musiker coverten zwar die Lieder des großen Barden, interpretierten aber immer vollkommen individuell dessen Originalversionen.

Es war ein sehr feiner, sehr harmonischer Konzertabend der eher leisen Töne im Adlersaal.

Oder, wie es eine Konzertbesucherin treffend formulierte: „Es war eine Musik zum Entspannen und zum Runterfahren“.

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