Ein Jahrhunderte altes Ensemble

Lesedauer: 3 Min
 Das Kloster (links) wurde 1514 gebaut, die heutige Pfarrkirche 1775 bis 1777.
Das Kloster (links) wurde 1514 gebaut, die heutige Pfarrkirche 1775 bis 1777. (Foto: Steffen Lang)
Schwäbische Zeitung

In einer unregelmäßig erscheinenden Serie stellt die „Schwäbische Zeitung“ die Stationen des überarbeiteten Historischen Stadtrundgangs in Bad Wurzach vor. Heute: die Pfarrkirche St. Verena und das benachbarte Kloster Maria Rosengarten.

Das Kloster wurde 1514 gebaut, es war Heimat des Franziskanerinnen-Ordens. Abgesehen von knapp 50 Jahren der Verstaatlichung ab 1806 blieb es bis 2007 ein Frauenkloster. Zuletzt waren dort die Armen Schulschwestern zu Hause, die im Gebäude bis 1991 eine staatlich anerkannte Hauswirtschaftliche Berufsfachschule führten.

Das Kurwesen begründet

Sie spielen in der Stadtgeschichte auch dadurch eine enorm wichtige Rolle, dass sie 1936 den Moorbadebetrieb hierher brachten. In einem bayerischen Moorbad hatten sie zuvor ausspioniert, wie’s mit dem Moorkurwesen so funktioniert, und waren erst entdeckt und hinausgeworfen worden, als sie schon genug erfahren hatten.

2007 kaufte die Stadt das Anwesen und sanierte es aufwändig. Heute beherbergt es Stadtbibliothek, Naturschutzzentrum, Archiv, Sitzungssaal und Trauzimmer der Stadt sowie den Tafelladen.

An den kirchlichen Hintergrund erinnert auch die Hauskapelle im Rokoko-Stil, die 1717 geweiht wurde und als eine der schönsten in Deutschland gilt.

Außerhalb der Stadtmauern

Als das Kloster gebaut wurde, gab es daneben bereits eine Kirche. Sie wurde um 1480 gebaut und stand damals außerhalb der Stadtmauern, weil es in der Ach-Ebene zu nass war. Von diesem Vorgängerbauwerk aus spätgotischer Zeit ist der Turmsockel mit dem Datum 1487 erhalten.

Von 1775 bis 1777 entstand die heutige Pfarrkirche, die Barock und Klassizismus vereint, gebaut vom Wurzacher Johann Jakob Willibald Ruez. Die 12-Uhr-Glocke stammt aus dem 13. Jahrhundert. Eindrucksvoll sind die Deckenmalerei von Johannes Brugger sowie der Gnadenstuhl mit seiner überaus seltenen Darstellung der Dreieinigkeit – weil Gott vom Künstler Hans Multscher personifiziert gezeigt wird.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade