Diskussionsrunde zu Wasserbüffel-Beweidung

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 Wasserbüffel weiden am Rande des Wurzacher Rieds.
Wasserbüffel weiden am Rande des Wurzacher Rieds. (Foto: NAZ)
Schwäbische Zeitung

Rund 20 Experten aus den Landschaftserhaltungs- und Naturschutzverbänden der Landkreise Ravensburg, Biberach und Alb-Donau und des Regierungspräsidiums Tübingen haben mit Projektleiter und Biologe Herbert Nickel über die Potenziale der Wasserbüffel-Beweidung zur Förderung der Insektenvielfalt im Vergleich zu herkömmlich bewirtschafteten Mähwiesen gesprochen, teilt das Naturschutzzentrum Wurzacher Ried mit.

Insbesondere vor dem Hintergrund des drastisch voranschreitenden Insektenschwunds widmet sich dieses Projekt der Frage, ob großflächige, naturnahe Weidelandschaften mit ihren reichhaltigen und vielfältigen Biotopstrukturen dem Insektensterben etwas entgegenwirken und damit auch wieder die Grundlage für mehr Vielfalt bei Vögeln und anderen Wirbeltieren schaffen könnten. Dies soll nun in den kommenden zwei Jahren auf ausgesuchten Wasserbüffelweiden in den Moorlandschaften Oberschwabens näher untersucht werden. Auf Initiative von Walter Seifert vom Landschaftserhaltungsverband Ravensburg wurden in den vergangenen Jahren in der Region Oberschwaben zahlreiche Wasserbüffelweiden, so auch im Wurzacher Ried, zur Landschaftspflege feuchter bis nasser Moorböden angelegt.

Positive Erfahrungen

Einige Teilnehmer aus diesen Projekten berichteten bei der Expertenrunde von auffallend positiven Erfahrungen und Auswirkungen auf die Biodiversität durch diese Beweidungsart schon nach wenigen Jahren. Dies gelte es nun anhand der Tiergruppen der Heuschrecken, Zikaden, Spinnen und Dungkäfer von einem spezialisierten Biologenteam um Herbert Nickel im Rahmen dieses von der Stiftung Naturschutzfonds des Landes Baden-Württemberg geförderten Projektes zum Erhalt der biologischen Vielfalt wissenschaftlich zu evaluieren.

Teil der Veranstaltung war auch eine Exkursion zu den Wasserbüffelweiden an der Haidgauer Riedschmiede, wo Wasserbüffelhalter Markus Gaub aus Eichstegen seine Tiere im Sommer weiden lässt. Projektleiter Herbert Nickel führte dort seine Beprobungsmethodik mit Kescher und Motorsauger vor und demonstrierte, wie insektenreich derartige Weiden sein können. Er gehe davon aus, dass er zum Ende der Untersuchungsperiode nahezu eine Viertelmillion Insekten untersucht haben werde.

Tiere sind robust

Zum Abschluss berichtete Markus Gaub von seinen Erfahrungen mit den Wasserbüffeln und betonte die Robustheit seiner Tiere, die auch mit magerem Riedgras hervorragend auskämen, winterhart und für feuchte Moorwiesen mit sehr guten Zuwächsen bestens geeignet seien.

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