Die Übersetzung ist geglückt

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 Irene Brauchle (links) bedankt sich bei Katharina Daffner (rechts), der Autorin des Stücks mit Blumen und einem Gruppenfoto der
Irene Brauchle (links) bedankt sich bei Katharina Daffner (rechts), der Autorin des Stücks mit Blumen und einem Gruppenfoto der Theatergruppe. (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Die Theatergruppe Hauerz hat mit „Wallfahrt und Weihwasser“ von Katharina Daffner kurz vor dem Jahreswechsel nicht nur die Premiere, sondern die Uraufführung des Stückes gefeiert.

Die Autorin reiste dafür eigens aus ihrer bayerischen Heimat an, um die Umsetzung ihres Erstlingswerks zu begutachten, das ursprünglich aus einer Laune heraus entstanden ist.

Lorenz (Corvin Frey), der Pfarrer des 600-Seelendorfes Au muss verreisen und seine Gemeinde steht Kopf. Sechs Wochen ohne geistliches Oberhaupt ist für die Bewohner des Wallfahrtsortes unvorstellbar. Als Ersatz schickt Lorenz seinen Neffen Anton (Raphael Kroll) ins Rennen. Dieser ist zwar kein Pfarrer, sondern Schauspieler, aber für die Zeit seiner Abwesenheit sieht Lorenz darin kein großes Problem.

Im Wirtshaus von Hans Biederer (Markus Brauchle) wird Anton in sein Amt eingeführt und begegnet dort erstmals der schönen Tochter des Hauses, Leni (Verena Herberger). Es könnte alles so schön sein, wenn das Zölibat nicht wäre; und die schrullig eifersüchtige Mesnerin Erna (Gudrun Weiss), nebst ihrer Freundin der Zitzlerin (Angelika Treuer), die von dem attraktiven Antlitz des Geistlichen völlig beeindruckt sind und ihn ganz für sich beanspruchen.

Die Vertretungszeit läuft ganz prima, bis die Ex-Freundin (Marion Herberger) von Anton im Dorf erscheint. Gott sei Dank widmet sich Jungbauer Martin (Jan Gapp) der aufgeblasenen Münchnerin. Von ihrem „Fahrgestell“ à la Fendt-Vario vollkommen vernebelt, führt er sie in die Gepflogenheiten des Landlebens ein.

Diskussionen über Ringelblumen, diverse Liebeleien, ein nervtötender Guschdl aus München, Latte Machiatto mit fettarmer Milch und schlussendlich die bedeutsame Position von Laurentius, dem Gemeindestier, fügen sich in dem Dreiakter zu einem unterhaltsamen und humorvollen Ganzen. Wie und was genau mit wem zusammenhängt? Davon dürfen sich die Zuschauer in der Turnhalle Hauerz überraschen lassen.

In ihrem Schlusswort bedankte sich die Spielleiterin, Irene Brauchle, für den Einsatz, den alle Darsteller erbrachten. In den Proben war die Mimik der Schauspieler so überzeugend, dass die Regisseurin den Inhalt der Schnapsflasche höchstpersönlich überprüfte. Eine besondere Herausforderung sei es im Vorfeld gewesen, das bayerische Vokabular sinngemäß ins Schwäbische zu übertragen. „Gott sei Dank haben wir Freunde in Bayern, die uns bei der Übersetzung weiterhelfen konnten“ erklärte Brauchle der Autorin die Anpassung an den heimischen Dialekt.

Als Dank und zur Erinnerung an einen schönen Abend überreichte sie Katharina Daffner einen Blumenstrauß, ehe die Zuschauer zu Wallfahrt und Weihwasser auf der Bühne eingeladen waren.

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