Bigband lockt viele auf den Klosterplatz

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Sänger Nick Gordon und die Jazz Point Big Band auf dem Klosterplatz: Gute Musik, gute Stimmung.
Sänger Nick Gordon und die Jazz Point Big Band auf dem Klosterplatz: Gute Musik, gute Stimmung. (Foto: Bernd Guido Weber)
Bernd Guido Weber

Premiere auf dem neu gestalteten Bad Wurzacher Klosterplatz: Zum ersten Mal hat hier am Samstag eine Bigband gespielt, bei freiem Eintritt, auf Einladung des Kulturkreises.

Gekommen sind an diesem warmen Sommerabend viele Besucher, die aufgestellten Bänke reichen nicht aus. Trotzdem kein Mangel an Sitzgelegenheiten: Die zahlreichen breiten Treppen sowie die Stufen zur Ach eignen sich vorzüglich zum Verweilen. Mancher steckt zu den Stücken von Richard Rogers oder Glenn Miller auch die Füße ins Wasser.

Die Jazz Point Big Band um ihren Leader Klaus Roggors beginnt feurig: „Hay Burner“ von Sammy Nestico, bekannt als Arrangement für Count Basie und andere.

Der Sound ist kompakt, ausgewogen, differenziert, gute Solisten hat diese Bigband auch. Schon bemerkenswert, was Roggors vor 35 Jahren da auf die Beine gestellt hat. Das Projekt lebt immer noch, mit zahlreichen jungen Musikern. Wangen ist ein Zentrum des Jazz in Allgäu-Oberschwaben, der „Schwarze Hase“ legendär.

„Strike up the band“ ist ebenfalls ein vorwärtsgelegtes Stück, geschrieben von George Gershwin. „My funny Valentine“, ein Liebeslied für die Ewigkeit, kommt ganz smooth, der Solist an der Trompete glänzt. Und Glenn Millers „In the mood“ fährt nach wie vor in die Beine.

Ein lockerer Typ

Eine Bigband ohne Frontfrau oder Frontmann ist nur eine halbe Band. Klaus Roggors hat den in Neuseeland geborenen Nick Gordon mitgebracht. Der kam, der Liebe wegen, nach Bad Waldsee. Hat Stimme und Ausstrahlung, ein lockerer Typ.

Besonders schön „I´m your man“, von Leonhard Cohen. Nicht tieftönig-melancholisch, sondern in der etwas heitereren Version von Michael Bublé.

Songs von Sinatra werden frisch aufpoliert. Der Evergreen „Sweet Georgia Brown“ aus der Tin-Pan-Alley-Ära kommt mal wieder zu Ehren. Und ja, dass Frauen die Welt regieren, wissen Männer nicht erst seit Roger Cicero.

Natürlich bringen die Wangener Jazzer Zugaben. „Fly me to the moon“ von Frasnk Sinatra, „in other words, darling, kiss me!“ Und „Tuxedo Junction“, bekannt vor allem durch Glenn Millers Einspielung im Jahr 1940. Schöner, warmherziger Bigband-Jazz. Eine gelungene Premiere.

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