Barocke Klänge zum Jahreswechsel

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 Hermann Ulmschneider, Martin Schad und Robert Häusle (von links) spielen Werke des Barocks
Hermann Ulmschneider, Martin Schad und Robert Häusle (von links) spielen Werke des Barocks (Foto: Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

Einen musikalischen Jahresabschluss mit hochklassiger Barockmusik durften die Zuhörer am Silvesternachmittag in der vollbesetzten Kirche St. Verena in Bad Wurzach genießen. Die beiden Trompeter Martin Schad und Hermann Ulmschneider wurden durch Robert Häusle an der Orgel ergänzt.

Bereits die Eröffnung mit dem Einzug der Königin von Saba aus der Oper „Salomon“ von Georg Friedrich Händel verdeutlichte die Harmonie der drei Musiker in ihrem gemeinsamen Spiel. Werke von Georg Philipp Telemann und Felix-Alexandre Guilmant folgten, bei denen der Organist sein Können unter Beweis stellte.

Weich und melodisch

Im „Concerto in D-Dur“ von Telemann dominierte die Orgel vor allem das Adagio und bei der „Sonate II in d-Moll, Andante“ von Guilmant waren die Klänge des imposanten Kircheninstrumentes gar sphärisch. Weiche, melodische Zwischenklänge ließen eine beruhigend sanfte Stimmung entstehen, die zur inneren Einkehr, an diesem letzten Tag des Jahres, einlud.

Für die Sonate von Petronio Franchescini wechselten die Künstler die Bühne und begeisterten ihr Publikum vom Altarraum aus. Das Stück ist in vier Sätzen angelegt, bei dem die Tempi, sowie die damit verbundenen Stimmungen, unterschiedlicher hätten nicht sein können. Schwere, mitunter düstere Passagen im zweiten Satz wurden durch das Allegro im Schluss aufgefangen und abgemildert und verdeutlichten die italienische, sonnige Seite der Barockmusik. Hermann Ulmschneider und Martin Schad, verbreiteten anschließend, mit ihrer selbstkomponierten „Silvesterfanfare“ einen optimistischen Grundton für das kommende Jahr.

Der Konzerthöhepunkt

Mit der Sonate II in d-Moll von Felix-Alexandre Guilmant setzte der Organist in seinem Solospiel einen absoluten Konzerthöhepunkt. Der Komponist erschuf ein monumentales Klangwerk für die Orgel, das technische Perfektion und einen tiefsinnigen Ausdruck erfordert. Robert Häusle entlockte dem Instrument sämtliche Höhen und Tiefen, wechselte in seinem Spiel die Tempi und zog im wahrsten Sinne des Wortes, alle Register, um das Publikum mit bedrohlich wirkenden und mitunter düsteren Spielpassagen, förmlich zu überwältigen.

Für eine Lustfahrt

Passend zum Jahresabschluss endete das Konzert mit barocker Tanzmusik von Händel. Die „Wassermusik“, ein Werk, das ursprünglich für eine Lustfahrt für Englands König Georg I. in London komponiert wurde, beeindruckte mit acht Sätzen. Besonders bemerkenswert hierbei ist die Tatsache, dass in dem ursprünglichen Freiluftstück kaum Kontraste zwischen laut und leise angelegt sind; vielmehr erhält das Werk, durch die verschiedensten Klangfarben, Tiefgang und Spannung.

Das Spiel der königlichen Trompeten, im Zusammenspiel der kraftvoll begleitenden Orgelklänge, endete mit „A la Hornpipe“ in einem heiteren Tanzstück.

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