Bad Wurzacher Kurhaus bleibt weiter leer

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Das Bad Wurzacher Kurhaus
Das Bad Wurzacher Kurhaus (Foto: sl)
Redakteur Bad Wurzach

Das leerstehende Kurhaus bleibt das Sorgenkind der Stadt. „Leider wurde nach wie vor kein Pächter gefunden“, lautet die Auskunft der Verwaltung auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“.

Die Stadt stehe aber weiterhin regelmäßig in Kontakt mit Interessenten und sei „in einem Fall auch in konkreten Verhandlungen. Ob diese zum Erfolg führen werden, bleibt abzuwarten“, teilt Martin Tapper mit.

„Weiterhin ist die Stadt allerdings der Auffassung, dass der Betrieb durch die Stadt selbst keine Option ist“, heißt es dazu ergänzend. An dieser Auffassung dürfte sich auch nach dem Wechsel im Amt des Bürgermeisters wohl nichts ändern. Die Stadt als Betreiber im Kurhaus „sehe ich nicht“, hatte Alexandra Scherer auf der SZ-Podiumsdiskussion der Kandidaten vor der Wahl erklärt.

Die Liebenau Service GmbH (LiSe) aus Meckenbeuren, ein Tochterunternehmen der Stiftung Liebenau, hatte den Pachtvertrag zum Jahresende 2016 gekündigt. Sie betrieb seit 1. Dezember 2011 Restaurant, Café und Konditorei im Erdgeschoss.

Seit Ende 2016 ist das Erdgeschoss verwaist. Zwischenzeitlich hatte die Stadt zwar wieder einen neuen Pächter gefunden. Doch der Gastronom aus dem Schussental musste kurz vor der geplanten Wiedereröffnung aus gesundheitlichen Gründen um Vertragsauflösung bitten.

Vor der LiSe hatte die Stadt selbst das 1996 gebaute Kurhaus betrieben, stets allerdings mit einem Verlust im hohen fünfstelligen Bereich.

Der Kursaal im ersten Obergeschoss kann weiterhin über die Bad Wurzach Info von der Stadt angemietet werden. Bei dem Konzept der Stadt wird der Kursaal als „leere“ Veranstaltungshalle mit Tischen, Stühlen, Hausmeister und Veranstaltungstechnik zur Verfügung gestellt. Catering, Getränke, Gläser, Geschirr, Tischdecken, Dekoration und Servicepersonal werden hingegen nicht bereitgestellt und müssten bei Bedarf vom Mieter selbst organisiert werden.

Das größte Problem bei der Suche nach einem neuen Pächter ist wohl die Größe des Objekts. Stadt und LiSe hatten Restaurant, Café und Konditorei sowie den mitzubetreuenden Kursaal mit rund 40 Mitarbeitern geführt. Das verursacht zum einen natürlich hohe Personalkosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen. Zum anderen ist der Arbeitsmarkt gerade im Gastronomiebereich so gut wie leer. Die kurz bevorstehende Eröffnung des Center Parc Allgäu bei Leutkirch mit seinem riesigen Gastronomiebereich verschärfte diese Situation regional zusätzlich.

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