Bad Wurzach gegen Brochenzell: Das Duell der zum Siegen Verdammten

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Martin Deck

Zumindest ihren Humor haben Roman Hofgärtner und Rolf Weiland nicht verloren. Auf die Frage, ob gegen den direkten Tabellennachbarn jetzt endlich die Wende gelingen soll, müssen beide Trainer sofort lachen. Vielleicht ist es aber auch Galgenhumor. Schließlich steht Hofgärtners Team, die TSG Bad Wurzach, mit drei Punkten nach fünf Spielen auf dem 17. und vorletzten Platz der Fußball-Bezirksliga. Nur der VfL Brochenzell, die Mannschaft von Rolf Weiland, steht noch schlechter da. Null Punkte und null Tore ist die erschreckende VfL-Bilanz nach vier Spielen. „Ganz klar: Irgendwann müssen wir anfangen, Punkte zu sammeln“, sagt Weiland dann doch mit einer Ernsthaftigkeit und ergänzt mit Blick auf das Duell am Sonntag (15 Uhr): „Wir brauchen den Sieg beide.“

Schwächen in der Defensive

Tatsächlich sieht auch Roman Hofgärtner sein Team vor dem Kellerduell in der Pflicht: „Wir sind nicht da, wo wir sein sollten“, sagt der TSG-Trainer. „Wir wollen jetzt endlich auch mal daheim punkten – am liebsten dreifach.“ Dass mit Brochenzell nun die einzige Mannschaft nach Wurzach kommt, die noch schlechter gestartet ist, sieht Hofgärtner nicht unbedingt als Vorteil. „Die können sicher auch mehr, als sie bislang gezeigt haben.“ Außerdem: „Ich will nicht zu sehr auf den Gegner schauen. Wir sind mit unseren eigenen Problemen genug beschäftigt.“ Vor allem in der Defensive hat der Aufsteiger bislang große Schwächen offenbart. 16 Gegentore aus fünf Spielen seien „der Wahnsinn“ , sagt der Trainer. „Dabei waren wir die letzten vier Jahre bekannt für unsere gute Abwehr.“ Nur dass Bad Wurzach in diesen vier Jahren in der Kreisliga A spielte. Dass sich seine Mannschaft in der Bezirksliga so schwer tut, habe er nicht gedacht, gesteht Hofgärtner. „Hier wird jeder Fehler bestraft.“

Immerhin: Der Trainer scheint zu wissen, weshalb es seiner Mannschaft an Stabilität fehlt: Zum einen fehlt mit Kapitän Simon Wahl „unser Fels in der Brandung“ verletzungsbedingt, zum anderen mussten die Wurzacher wegen einiger Urlauber bislang in jedem Spiel mit einer anderen Viererkette auflaufen. Auch hätte sich der Aufsteiger gerne in der Sommerpause qualitativ und quantitativ verstärkt, hat aber mit Ausnahme von Markus Weber, der derzeit wegen eines Arbeitsunfalls ausfällt, nur Absagen kassiert. „Wir haben selbst nicht mit dem Aufstieg gerechnet und aufgrund der langen Relegation lief uns irgendwann die Zeit weg“, erklärt Hofgärtner. Zumindest kehren nun nach und nach die Urlauber zurück, sodass der TSG-Trainer wieder auf einen breiteren Kader zurückgreifen kann. „Ich bin optimistisch, dass wir uns dann auch stabilisieren können – es ist nur die Frage, wie lang es braucht, bis alle fit sind.“

Vorne torlos

Der VfL Brochenzell wird hoffen, dass dies bis zum Duell am Sonntag noch nicht der Fall sein wird. „Es wird Zeit, dass wir endlich mal treffen“, sagt Weiland. In vier Spielen ist seiner Mannschaft noch kein Tor gelungen. „Das ist völlig verrückt.“ Da kommt die schwächste Defensive der Liga gerade recht. „Natürlich hoffen wir darauf, dass es gegen Wurzach endlich klappt.“ Dass das Spiel gegen den TSV Eschach in der Vorwoche wegen Regens abgesagt wurde und seiner Mannschaft dadurch ein mögliches weiteres Negativerlebnis gegen den Tabellenzweiten erspart blieb, sieht Weiland nicht als Vorteil. „Wer sagt denn, dass wir verloren hätten?“ Generell will sich der VfL-Trainer nicht mit theoretischen Gedankenspielen beschäftigen – auch nicht damit, was nach einer weiteren Niederlage gegen Bad Wurzach passieren würde. „Unser Fokus gilt einzig und alleine dem Spiel“, sagt er und stellt klar: „Wir fahren da hin, um etwas zu holen.“

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