B 465 gesperrt: neue Decke für Ortsumfahrung

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Seit Montag laufen auf der Ortsumfahrung Bad Wurzach die Bauarbeiten. Derzeit wird die alte Fahrbahndecke abgefräst.
Seit Montag laufen auf der Ortsumfahrung Bad Wurzach die Bauarbeiten. Derzeit wird die alte Fahrbahndecke abgefräst. (Foto: Steffen Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Das Regierungspräsidium Tübingen lässt in diesen Tagen den schadhaften Fahrbahnbelag der B 465 im Bereich der Ortsumfahrung Bad Wurzach erneuern. Im Gemeinderat regte sich Kritik an erhöhtem Lkw-Verkehr in der Stadt sowie daran, dass kein lärmmindernder Asphalt aufgetragen wird.

Die Maßnahme sei aufgrund diverser Schäden, wie zum Beispiel Verdrückungen und Rissbildungen in der Fahrbahn, erforderlich, teilt das RP mit. Sie diene der Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie der Substanzerhaltung der Straßeninfrastruktur.

Die Arbeiten auf der Umfahrung Bad Wurzach werden dort in zwei Abschnitten ausgeführt. Seit Montag, 10. September, bis voraussichtlich Anfang Oktober wird zunächst der Fahrbahnbelag der B 465 von der Einmündung Ravensburger Straße bis einschließlich Kreisverkehr Leutkircher Straße erneuert. Derzeit ist dieser Kreisverkehr aber noch befahrbar.

Während dieser Maßnahme wird die B 465 im betroffenen Bereich voll gesperrt. Die Zufahrt zum Industriegebiet Niedermühlenweg bleibt während der gesamten Bauzeit gewährleistet.

Der Verkehr in Richtung Biberach wird während dieser Zeit über L 314 – L 265 – Dietmanns – K 7928 – K 7929 – Unterschwarzach umgeleitet. Der Verkehr in Richtung Ravensburg ab Brugg wird über L 265 – Arnach – L 317 – Eintürnen – L 317a beziehungsweise K 7933 Molpertshaus geleitet. Der Verkehr in Richtung Leutkirch wird ab Unterschwarzach über K 7929 – K 7928 – Dietmanns – L 265 – L 314 geführt.

Kosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro

Dem ersten Bauabschnitt schließt sich unmittelbar der zweite an: Im Oktober wird die Fahrbahndecke der B 465 (Dr.-Harry-Wiegand-Straße) vom Bahnübergang bis zur Biberacher Straße erneuert. Die Maßnahme wird voraussichtlich am Mittwoch, 31. Oktober, abgeschlossen sein. Während der Bauzeit wird die B 465 im betroffenen Bereich ebenfalls voll gesperrt.

Der Verkehr wird in Richtung Biberach ab Bad Wurzach über L 314 – Mennisweiler – K 7933 – Haisterkirch – K 7933 – Osterhofen - K 7931 umgeleitet. Die Umleitung für den Verkehr in Richtung Leutkirch wird ab Unterschwarzach über K 7929 – K 7928 – Dietmanns – L 265 – L 314 geführt.

Die Kosten der Fahrbahnerneuerung belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.

„Unsicherheit und Chaos“ hätten wegen der Umleitung am Montag in der Stadt geherrscht, so Stadtrat Klaus Schütt (CDU) in der Ratssitzung am Montagabend. Es sei im Vorfeld nicht genug informiert worden, kritisiert er. Auch Gisela Brodd bemängelte den zunehmenden Umleitungsverkehr durch Bad Wurzach, vor allem angesichts des Schulbeginns. Bürgermeisterin Alexandra Scherer kündigte an, dass das herrschende Lkw-Durchfahrtsverbot durch die Innenstadt überwacht werden würde.

Die Kritik aus dem Rat, dass trotz angrenzender Wohnbebauung kein lärmmindernder Belag auf die Umfahrung aufgetragen wird, konnten die Vertreter der Verwaltung nur schulterzuckend zur Kenntnis nehmen. Man habe das Land darum gebeten, aber „unsere Einflussmöglichkeiten sind da sehr gering“, so Scherer.

Berthold Leupolz, Ortsvorsteher von Eintürnen, wies das Gremium auf die positiven Seiten der Bauarbeiten hin: „Es ist doch super, dass etwas gemacht wird. Und so eine Ortsumfahrung, wie wir sie haben, wünschen sich viele.“ Sicherlich auch die Eintürner und die Arnacher, die generell und derzeit noch mehr unter hohem Lkw-Verkehr durch ihren Ort leiden. Viele Lastwagen nutzen diese Strecke als Umgehung der mautpflichtigen Bundesstraße. „Im Gegensatz dazu ist die Baustelle zeitlich begrenzt“, so Leupolz.

Stadtrat Hermann Gütler (CDU) brach dazu noch eine Lanze für die Lkw-Fahrer. „Die fahren nicht zum Spaß“, sagte er, auch mit Blick auf Motorradfahrer. „Mit den Lkw verdienen Unternehmen Geld, für das sie Steuern zahlen.“ Und wenn irgendwo gebaut wird, müsse der Lkw trotzdem von A nach B kommen und nutze eben andere Straßen: „Schließlich können sie nicht fliegen.“

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