Bürgermeisterkandidat Deutschenbauer auf Wahlkampftour

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Steffen Deutschenbauer (links) macht auch Wahlkampf auf der Straße.
Steffen Deutschenbauer (links) macht auch Wahlkampf auf der Straße. (Foto: Steffen Lang)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Bad Wurzach

Am kommenden Sonntag, 22. April, entscheiden die Menschen in Bad Wurzach über ihren neuen Bürgermeister. Die sechs Bewerber um dieses Amt werben um ihre Stimmen. Steffen Deutschenbauer tat dies dieser Tage in der Sonnentaustraße. Die SZ hat ihn dabei begleitet.

„Hallo, ich bin der Bürgermeisterkandidat Steffen Deutschenbauer“, sagt der 39-Jährige, wenn nach dem Klingeln die Haustüre aufgeht. „Ich will mich vorstellen und fragen, was Sie interessiert.“ In der Hand hält er eine Postkarte, vorne mit seinem Porträt und hinten mit viel Platz zum Vervollständigen des vorgedruckten Satzes „Mein Bürgermeister sollte ...“. „Sie können’s mir aber auch gleich sagen“, wirbt Deutschenbauer ums Gespräch.

Einige bedanken sich freundlich und nehmen die Karte, und der Wahlkampf an dieser Türe ist damit wieder vorbei. Mit einigen Menschen aber kommt der Kandidat ins Gespräch, erfährt, was sie bewegt, und kann anbringen, wofür er steht. Manchmal muss er dabei zweimal nachfragen. So wie bei dem zunächst „wunschlos glücklichen“ Ehepaar oder dem Häuslebesitzer, dem der Besuch eigentlich „gar nicht recht“ kommt. Deutschenbauer schafft es aber, stets freundlich, unaufdringlich, leutselig.

Vielseitige Themen und Probleme

Die Themen sind mannigfaltig. Ab und an sind es Probleme, die er auch dann nicht wird lösen können, wenn er Bürgermeister werden sollte. „Die Gülle und den Mais stoppen“ zum Beispiel. „Aber auch darüber muss man reden und so eine Diskussion anstoßen und Druck nach oben aufbauen“, sagt Deutschenbauer.

Bei anderen die sich „das neue Schwimmbad verhindern“ vom ihm als Bürgermeister wünschen, weckt er keine Erwartungen. „Das geht nicht mehr. Aber man wird den Bau aufmerksam begleiten müssen.“

Immer wieder Thema an der Haustüre sind Kurbetrieb und Kurhaus. Da kann Deutschenbauer seinen Standpunkt klar machen: den Kur- zum Gesundheitsbetrieb machen, das Kurhaus mit einem „Eventmanager“ als agilen Betreiber über eine reine Gaststätte hinaus zu einem Konferenzzentrum ausbauen. Beim Thema Jugendarbeit trägt er seine Idee eines Jugend-Gemeinderats vor. „Nur Angebote machen nutzt nichts, wir müssen erstmal den jungen Leuten zuhören“, so Deutschenbauers Ansicht.

„Toll, dass Sie kommen“, freut sich eine junge Mama, „die „abends nicht so viel Zeit“ hat, um auf Wahlveranstaltungen zu gehen, aber trotzdem einiges auf dem Herzen. „Raus damit“, animiert sie Deutschenbauer und erfährt in den folgenden Minuten unter anderem von fehlenden Radwegeverbindungen und einem Spielplatz, dem es nach Ansicht der Mama an Farbe fehlt. „Ein Städtle funktioniert nur, wenn alle die Augen offenhalten und das, was nicht zu passen scheint, auch weitersagen“, freut sich der Kandidat über die Anregungen, zumal die junge Frau grundsätzlich „zufrieden mit Bad Wurzach“ ist: „Es ist schön, hier zu wohnen.“

Integration und drohende oder vermeintlich schon existierende Parallelgesellschaften in der Stadt, Arbeitsplätze schaffen, Angebote für Senioren ... der Bewerber wird noch mit so einigen Themen an den Haustüren konfrontiert. Einmal bleibt es auch nicht beim Gespräch an der Türe, sondern Deutschenbauer wird hineingebeten und steht erst nach fast einer halben Stunde wieder auf der Straße. „Das war ein sehr interessantes Gespräch“, sagt er und wirkt noch motivierter als zuvor.

„Straßenwahlkampf ist mühsam“, sagt Deutschenbauer dann doch etwas später, als sich der SZ-Redakteur verabschiedet. Doch der direkte Kontakt mit den Menschen scheint ihm zu liegen, gut mit Menschen reden kann er und es macht ihm offensichtlich, auch aller Mühsal zum Trotz, Freude.

„Ich bin dankbar für diese Begegnungen“, sagt er noch und macht sich, seinen Postkartenstapel in der Hand, auf den Weg zur nächsten Haustüre.

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