Ausstellung zeigt kunstvolle Holzskulpturen

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 Klaus Jonski und sein Werk „Kunst der Spechte“ im Gewölbekeller des Naturschutzzentrums.
Klaus Jonski und sein Werk „Kunst der Spechte“ im Gewölbekeller des Naturschutzzentrums. (Foto: Von Christine Hofer-Runst)
Christine Hofer-Runst

In Anwesenheit seiner Fangemeinde aus Mittelbiberach hat Klaus Jonski am Mittwochabend die Ausstellung „Sehnsucht nach Natur“ eröffnet, in der er kunstvolle Holzskulpturen, heimischer Hölzer, den Besuchern präsentiert. Große, beinahe schwebende Spiralen und überdimensionale Spielsteine zieren derzeit den Gewölbekeller im Naturschutzzentrum.

Horst Weisser begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich, einen Aussteller gefunden zu haben, der sich intensiv mit Natur beschäftigt und seine detaillierten Kenntnisse ästhetisch umsetzt. Der Künstler selbst, ist zudem als herausragender, akribischer Chronist, mit Blick auf das Menschliche und als Schriftsteller in Oberschwaben und Biberach bekannt.

Holz aus der Heimatgemeinde

„Eine Laudatio mit viel Schulterklopfen, ist mir viel zu anstrengend“, eröffnete Jonski die anschließende Einführung in die Ausstellung selbst und stellte dabei eindeutig die Natur in den Vordergrund. „Gib ihr Raum und sie wird sich in unfassbar Schönheit ausbreiten“ leitete er auf seine Kunstwerke aus Holz über. Heimische Hölzer, fast alle aus seiner Heimatgemeinde Mittelbiberach, gestaltete er zu den ausgestellten Kunstwerken um. Stammholz, Geäst oder auch Wurzelholz von Apfel-, Kirsch-, oder Walnussbaum, bearbeitete er mit einer unnachahmlichen Sensibilität und Feinfühligkeit und ließ, warm anmutende, Skulpturen entstehen, die zwar nicht gegenständlich sind, aber mit ihrer Ausstrahlung den Betrachter vereinnahmen.

Die größte Anstrengung sei für ihn immer die Entfernung der Rinde. Die Schutzhülle des Baumes verberge so manche Überraschung. „Tiere verändern das Holz“, erklärte der Künstler die Strukturen, die durch ein Ameisenlabyrinth entstanden sind, oder die Löcher im Stamm, in denen ein Sprecht einst brütete. Eines seiner Kunstwerke trägt passenderweise den Titel „Kunst der Spechte“; ein Walnussstamm, den die Vögel als Brut- und Kinderstube auswählten und den heute zwei dieser Exemplare zieren.

Die größte Herausforderung an die Gäste ist die haptische Beherrschung. Entweder mattglänzend, mit ganz fein polierter, glatter Oberfläche, oder kantig gekerbt, fordern sie Berührung geradezu heraus und verbinden, mit ihrer Lebendigkeit Kunst und Natur.

Zu jeder Vernissage gehört Musik; aber Klaus Jonski, der Natur- und Tierfreund, überraschte seine Gäste mit ganz besonderen Tönen. Es „sang“ der Sprosser, auch Nachtigall des Ostens genannt. Dem Künstler ist die Tonaufnahme auf eine seiner Reisen gelungen und der muntere Piepmatz zwitscherte lauthals sein Lied. Vermutlich war es eine Reminiszenz an die Bäume, die Heimat der Vögel und ein kleiner Vorbote des nahenden Frühlings.

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