Alexandra Scherer auf Wahlkampftour

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Voll besetzt ist der Gastraum des Ziegelbacher „Adler“ beim Frühschoppen mit Bürgermeisterkandidatin Alexandra Scherer.
Voll besetzt ist der Gastraum des Ziegelbacher „Adler“ beim Frühschoppen mit Bürgermeisterkandidatin Alexandra Scherer. (Foto: Steffen Lang)
Redakteur Bad Wurzach

Am kommenden Sonntag, 22. April, entscheiden die Menschen in Bad Wurzach über ihren neuen Bürgermeister. Die sechs Bewerber um dieses Amt werben um ihre Stimmen. Alexandra Scherer tat dies am Sonntag in Ziegelbach. Die SZ hat sie dabei begleitet.

Ein voll besetzter Gastraum, auf den Tischen liegen Wahlprospekte und Werbekugelschreiber, eine aufgeräumte Bürgermeisterkandidatin – im Ziegelbacher „Adler“ ist alles gerichtet für den politischen Frühschoppen von und mit Alexandra Scherer.

Eine knappe Stunde spricht die Erlenmooser Bürgermeisterin, bringt viele Themen unter, weil sie kurz und knapp auf den Punkt kommt. Sie spart nicht mit Lob, gibt Privates preis, erzählt Anekdoten. Zugute kommt ihr jahrelange Erfahrung als Ortsvorsteherin und Bürgermeisterin. Und sie betont trotzdem mehr als einmal: „Ich bringe nicht den Sack voller Allheilmittel mit.“

„Schöner als die große Politik“

Die 47-Jährige erzählt zunächst von sich und ihrer Familie. Schwärmt dann von der Kommunalpolitik, die für sie viel schöner ist als die „große“ Politik, „denn ich bin ein ergebnisorientierter Mensch“. Bürgermeister sei daher für sie „das schönste Amt, das ich mir vorstellen kann“.

Dass sie das nun in Bad Wurzach werden will, obwohl sie es in Erlenmoos doch schon ist, begründet sie damit, dass Bad Wurzach „eine besondere Stadt“ sei: trotz seiner Größe mit ländlicher Struktur und mit „besonderen Aufgaben“, die auszuüben sie als Privileg verstehe. Und damit ist sie bei den lokalen Themen. Mehr Augenmerk auf den Tourismus will sie legen, Gastlichkeit, Ambiente, Wellnesscharakter seien dafür wichtig, und auch das Markenzeichen Allgäu. „Bad Wurzach gehört von der Tendenz und von seinem Umfeld her zum Allgäu.“

CDU-Mitglied aus Überzeugung

Die wirtschaftliche Entwicklung werde bei ihr Chefsache sein, verspricht sie, will sich für das Gewerbegebiet bei Arnach stark machen, auch wenn das „ein ganz dickes Brett“ ist. Trotzdem: „Bad Wurzach braucht eine Sondergenehmigung dafür, das ist eines der dringendsten Probleme.“ Darüber hinaus gibt es „viele kleine Stellschrauben“, an denen sie drehen will. Grundsätzlich sieht sie in der Stadt viel Positives. „Wir sind gut und wollen noch etwas besser werden“, sagt sie, spricht von einem „phänomenalen bürgerschaftlichen Engagement“ und einer „gar nicht schlechten Infrastruktur“, die es zu erhalten und weiter auszubauen gilt. „Das geht nicht im Gleichschritt in allen Orten, aber keiner darf sich abgehängt fühlen“, weiß die ehemalige Ortsvorsteherin.

Und wird am Ende ihrer Ansprache nochmal privat. Sie werde mit ihrem Mann und den zwei Kindern nach Bad Wurzach ziehen, sobald die Tochter im kommenden Jahr ihr Abitur in der Tasche hat, kündigt sie an. Und ja, sie sei CDU-Mitglied, und das „aus Überzeugung. Aber im Rathaus mache ich keine Parteipolitik, sondern Sacharbeit.“

Wohlwollen scheint groß

Ihre Parteimitgliedschaft ist dann nochmals Thema in der Fragerunde, die ihr auch sehr wichtig ist („Was man im Wahlkampf hört, vergisst man nicht.“): „Ich bin Mitglied im Biberacher Kreisvorstand und in der Frauen-Union“, sagt sie, aber: „Ein Parteiamt wollte und will ich nicht anstreben.“ Sie war indes 2016 bei der Landtagswahl Zweitkandidat von Thomas Dörflinger. Das begründet sie mit den Kontakten, die sie dadurch nach Stuttgart knüpfen kann.

Dazu steht sie ebenso wie zu ihren Ansichten, als ihr in Sachen Gewerbegebiet und Hallenbad auch Gegenwind aus der Runde entgegenweht. „Es ist gut, das Hallenbad zu bauen“, ist sie überzeugt, als ein Gast eben genau das hart kritisiert. Und von der Neuausweisung von Gewerbeflächen rückt sie auch nicht ab, als ein Zuhörer nach der Vereinbarkeit von „Flächenfraß“ auf der einen und Landschaft und Tourismus auf der anderen fragt. Die ist in ihren Augen notwendig, „mit Maß und Ziel“ und dem Umweltschutz stets im Blick.

Das war’s aber auch mit Gegenwind für Alexandra Scherer in Ziegelbach. Das Wohlwollen scheint groß, der Beifall ist kräftig. Es bläst Rückenwind für Alexandra Scherer. Ob sie der am Ende ins Rathaus wehen wird, entscheidet sich am Sonntag.

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