Lauffieber: Wetterkapriolen vertreiben Zuschauer

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Nur einer hatte hier das große Los gezogen: Diese Spaßgruppe vom Stammtisch "Drei König" in Reute bekam beim Altstadt-Teamlauf g (Foto: Rolf Schultes)
Schwäbische Zeitung

Bad Waldsee - Als einziger Unsicherheitsfaktor hat sich beim elften Bad Waldseer Lauffieber am Samstag das Wetter erwiesen.

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Bad Waldsee - Als einziger Unsicherheitsfaktor hat sich beim elften Bad Waldseer Lauffieber am Samstag das Wetter erwiesen. Zwar war das durchwachsene Wetter ideal für die mehr als 1300 Athleten und die Helfer des Roten Kreuzes mussten weniger eingreifen als im letzten Jahr. Dafür aber hätte die Innenstadt bei dieser Sportveranstaltung mehr Zuschauer vertragen, als nach den heftigen Regengüssen am Nachmittag als Zaungäste übriggeblieben sind. Profiteure des Gewittertiefs waren zweifelsohne die Cafés und Gaststätten. Dank längerer Trockenphasen durften sich aber auch die 65 Helfer der Stadtkapelle auf der Hochstatt über viele Gäste freuen, die sich hier das Mittagessen schmecken ließen, der Musik lauschten und den Läufern Applaus stifteten.Die Zuschauer: Beim Startschuss für die Bambiniläufe um 11 Uhr war auf dem Rathausplatz kein Durchkommen mehr – so viele Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel hatten die Waldseer Nachwuchsläufer auch dieses Jahres wieder begleitet und ihnen nach erfolgtem Sprint warme Fleecejacken übergestreift, denn es war ganz schön schattig am Vormittag. Nach dem eindrucksvollen Massenstart der Marathonis und Halbmarathonis jedoch lichteten sich die Reihen deutlich und im Vergleich zu den Vorjahren war 2013 weniger Publikum am Start. Ob’s am Wettertief lag oder am verlängerten Wochenende? Die Athleten: Während die Zuschauer ohne Regenjacken zwischendurch nass geworden sind und leicht fröstelten, durften sich die mehr als 1300 Athleten über weitgehend gutes Wettkampfwetter freuen – von den heftigen Güssen und vereinzelten Hagelkörnern einmal abgesehen, die die Marathonläufer in der zweiten Runde behinderten. Etliche nutzten aber zuvor bereits die Gunst der Stunde, um ihre eigenen Bestzeiten der Vorjahre zu toppen. Den Vogel abgeschossen hat Oliver Bentele, der während des kompletten Halbmarathons seinen Sohn auf den Schultern getragen hat. Wenn das kein Papa ist! Sichtlich Laune bereitete Teilnehmern wie Zaungästen der neue Altstadt-Teamlauf, wo sich Waldseer Spaßgruppen zusammenfanden. Etwa der Stammtisch „Drei König“ vom gleichnamigen Gasthaus in Reute oder die sieben von den Städtischen Rehakliniken, die für 2014 schon jetzt eine drastische Vergrößerung ihrer Startgruppe ankündigen. Na dann!Die Helfer: Trotz des langen Wochenendes mit „Brückentag“ haben auch 2013 wieder 400 Helfer von örtlichen Vereinen dem „Orga-Team“ um Bernhard Schultes die Stange gehalten und packten in der Innenstadt und entlang der Laufstrecken überall mit an, wo Hilfe nötig war. „Klar, nur mit Ehrenamt klappt das Zusammenspiel aller in Bad Waldsee“, weiß Susanne Rauhut, unser Beispiel 1. Sie entstammt einer Großfamilie, die allein mehr als zehn Helfer stellte an zahlreichen Schauplätzen. Und Nadine Prinz, Beispiel 2, arbeitet wochentags im Rathaus und am Samstag vor dem Rathaus beim Zieleinlauf – und zwar ebenfalls als freiwillige Helferin. „Mir macht das Spaß hier!“ Ebenso wie Daniel Lutz, der dem ersten Mann beim Halbmarathon vorangefahren war auf seinem Mountain Bike und deshalb auf den 21 Kilometern beständig mit 18 Kilometern in die Pedale treten musste. „Das war ganz schön Tempo, aber ich mache das gerne!“ Die Einsatzkräfte: Für Polizeichef Bernd Berger ist der jährliche Einsatz beim Lauffieber „business as usual“ – sprich: weniger aufregend als manch anderes Großereignis, das die Kurstadt schon gesehen hat. „Wir schauen halt nach dem Verkehr und dann passt das!“ Und seine Kollegen durften sich in dieser Hinsicht auch dieses Mal wieder eines Helfers sicher sein, der wie gewohnt mit der Kelle zur Stelle war: Alois Huchler, seines Zeichens bekanntester Altstadtbewohner und Einsatzhelfer, wo immer man seine Hilfe zulässt.Die Ersthelfer: Wie immer zur Stelle waren auch die Helfer des Roten Kreuzes – dieses Mal zusätzlich unterstützt von der Bergwacht aus Ravensburg, sollte deren Unterstützung notwendig werden auf den Laufstrecken im Steinacher Ried. DRK-Bereitschaftsleiter Joachim Fischer und seine 32 Sanitäter machten insgesamt einen entspannten Eindruck und dank passabler Lauftemperaturen mussten sie weniger häufig eingreifen als bei der Wärme 2012. Letztes Jahr brachen die Läufer reihenweise zusammen, weil ihnen die Temperaturen zu schaffen machten. Für Herz und Kreislauf war das Gewittertief deutlich verträglicher, wusste auch Dr. Ludwig Sieroslawski zu berichten, der zeitweise den Notarztdienst übernommen hatte am Samstag.Die Macher: Markus Brauchle, Eckart Knof, Franz Lorinser und Bernhard Schultes, die das Lauffieber im elften Jahr wieder nahezu perfekt organisiert haben und sich auch von anfänglichen EDV-Problemen und den paar Gewitterschauern nicht aus der Ruhe bringen ließen, demonstrierten damit erneut Gelassenheit. Es ist das Verdienst dieses ehrenamtlich tätigen Quartetts und seiner Sponsoren, dass sich das Lauffieber innerhalb eines Jahrzehntes als eine der größeren Laufsportveranstaltungen im süddeutschen Raum etabliert hat. Und dass die vier nach wie vor alljährlich mit Neuerungen aufwarten – wie heuer etwa mit dem unterhaltsamen Altstadt-Teamlauf – verdient ein extra Lob. Weiter so! Weitere Berichte und Ergebnisse des Waldseer Lauffiebers lesen Sie im Laufe des Tages unter www.schwaebische.de/lauffieber.

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