Zweifel trotz Relegationssiegen

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Mit zwei klaren Siegen haben die Volleyballerinnen der TG Bad Waldsee das Relegationsturnier zur Oberliga gewonnen.
Mit zwei klaren Siegen haben die Volleyballerinnen der TG Bad Waldsee das Relegationsturnier zur Oberliga gewonnen. (Foto: Hans Ehinger)
Franz Vogel

TG: Lisanne Majovski, Katja Real, Katja Fluhr, Mara Schmidinger, Cathrin Reimer, Luisa Fluhr, Maya Wollin, Laura Weber, Sybille Bosch, Julia Herkommer, Julia Gamrot, Anastasia Galusic.

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Sportlich gesehen haben es die Volleyballerinnen der TG Bad Waldsee geschafft. In einer so nicht erwarteten Klarheit gelang der TG beim Relegationsturnier in Schmiden der große Wurf. Zwei Siege, zunächst gegen den Oberligisten TSV Ellwangen mit 3:1 (25:19, 15:25, 28:26, 25:15), dann gegen den Landesliga-Nord-Vizemeister TSV Schmiden mit 3:0 (25:22, 25:19, 25:17), ergaben den Turniersieg und die sportliche Qualifikation für die Oberliga.

In die Freude und den berechtigten Stolz der Bad Waldseer Mannschaft fällt jedoch ein Wermutstropfen in Gestalt der Neugestaltung der mittleren Volleyball-Ligen. Im schlechtesten aller Fälle wird dem Relegationssieger der sportlich erreichte Aufstieg in die Oberliga verwehrt, weil die Verbandsführung die bisher aus elf Mannschaften bestehende Liga auf zehn Teams verringern will.

„Wir haben eine überragende Saison gespielt und heute verdient und deutlich gewonnen. Unsere Mannschaft hat sehr deutlich ihre Oberligareife bewiesen. Da die Sportlerinnen noch sehr jung sind, könnten sie in der Oberliga noch weiter reifen und ihre Leistungsfähigkeit permanent steigern“, sagt Bad Waldsees Trainer Jan Herkommer. „Ich weiß, dass es keine sportliche Gerechtigkeit gibt, aber es wäre nur gerecht, wenn wir tatsächlich Oberligist werden würden.“

Mit einem kompletten zwölfköpfigen Kader und einer kleinen Fan-gruppe von 20 TG-Fans war die Mannschaft mit Trainer Herkommer und seinem Kollegen Axel Bloching nach Schmiden gefahren, um den Saisonhöhepunkt zu gestalten. Das Vorhaben gelang, nicht zuletzt dank der tadellosen spielerischen Leistung, die Bad Waldsee zur Freude seiner Trainer nahezu über das gesamte Turnier brachte. Die kämpferische Leistung der TG stimmte, Einstellung und personelle Entscheidungen der Trainer taten das ihrige hinzu. Überraschend war jedoch die Abgezocktheit und Unbekümmertheit, mit der die noch sehr junge Truppe ans Werk gegangen war.

Zunächst hieß es jedoch fast endlos lange zu warten. Im ersten Turnierspiel zwischen Ellwangen und Schmiden dauerte es Minuten, bis der Ex-Oberligist Ellwangen knapp mit 3:2 die Oberhand behielt. Gegen den Gewinner dieses Matches hatte die TG zunächst anzutreten.

Guter Kampf der TG

Nach nervösem Beginn – verständlich bei dem, was auf dem Spiel stand – bekam die TG-Truppe die Partie in den Griff und entschied den ersten Satz klar für sich. Dann berappelte sich der Oberligist und hielt dagegen, befeuert durch eine kleinere Schwächeperiode der Bad Waldseerinnen. Der dritte Satz sollte die Vorentscheidung bringen. Obwohl deutlich in Rückstand liegend, ließ die TG nicht locker und kämpfte sich Schritt für Schritt heran. Mit solider mentaler Einstellung triumphierten im hart umkämpften Satzende die TG-Volleyballerinnen. Von diesem Schock erholten sich die Ellwanger nicht mehr und mussten letztendlich die Überlegenheit der Bad Waldseerinnen anerkennen.

Angesichts dieser Konstellation hätte für die TG-Spielerinnen bereits eine 2:3-Niederlage gegen Gastgeber Schmiden gereicht. Doch gab die Mannschaft einen zweiten schlagenden Nachweis ihrer Möglichkeiten ab. In drei meist überlegen geführten Durchgängen, in denen selbst zeitweise Rückstände folgenlos weggesteckt wurden, erreichte Bad Waldsee das große Ziel. Deutlich zeigte sich die Qualität des Kaders in seiner ganzen Breite. Das TG-Trainerduo konnte quer durchwechseln, ohne dass der Spielfluss gestört wurde. Nun muss Bad Waldsee aber dennoch abwarten, ob es mit dem Aufstieg klappt.

TG: Lisanne Majovski, Katja Real, Katja Fluhr, Mara Schmidinger, Cathrin Reimer, Luisa Fluhr, Maya Wollin, Laura Weber, Sybille Bosch, Julia Herkommer, Julia Gamrot, Anastasia Galusic.

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