Zwei Waldseer wollen ein Kamel gewinnen

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Die Vorbereitung auf das Autorennen läuft auf Hochtouren bei (von links): Alexander Merk, Stefan Merk, Torben Heyen, Andreas Jo
Die Vorbereitung auf das Autorennen läuft auf Hochtouren bei (von links): Alexander Merk, Stefan Merk, Torben Heyen, Andreas Joltea, Maximilian Böhm und Jakob Jung (Foto: Stefan Merk)
Schwäbische Zeitung
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An der Europa Orient Rallye nehmen in diesem Jahr auch zwei Bad Waldseer teil: Die Brüder Alexander und Stefan Merk wollen mit einem alten 3er BMW in 23 Tagen von Straßburg nach Amman in Jordanien fahren und ein Kamel gewinnen.

Gemeinsam mit vier weiteren Mitstreitern wagen die Wahl-Münchner das große Abenteuer, wie es Stefan Merk nennt: „So etwas habe ich noch nie gemacht. Und wenn nicht jetzt, wann dann.“ Bevor die Familienplanung angegangen wird, wollen die sechs Freunde nochmal etwas Besonderes erleben. Die Idee brachte Teammitglied Maximilian Böhm auf, der die Rallye schon seit einigen Jahren verfolgt. „Er hat einen der begehrten Teamplätze ergattert. Und als er uns davon erzählt hat, waren wir alle sofort dabei“, erinnert sich Merk an den Moment der schnellen Entscheidung.

Die Rallye startet am 5. Mai und hält so allerlei Herausforderungen für die Teilnehmer bereit – schon bei den Vorbereitungen. Schließlich sieht eine „Spielregel“ der Veranstaltung vor, dass nur Autos für die Rallye zugelassen werden, die mindestens 20 Jahre alt sind oder maximal 1111,11 Euro kosten. „ Wir haben einen alten 3er BMW und zwei alte 5er BMW“, hofft Merk auf störungsfreie Renntage. Auch die Übernachtungen dürfen einen Betrag von 11,11 Euro pro Nacht und Person nicht überschreiten. „Das heißt, wir schlafen in den Autos oder in Zelten“, sagt der 31-Jährige und lacht. Der Managementberater geht davon aus, dass ihn das Abenteuer rund 4000 Euro kosten wird.

Daher und aus einem weiteren, „viel wichtigeren Grund“, wie Merk erklärt, „suchen wir Sponsoren – auch in Bad Waldsee“. Die sechs Starter wollen Spendengelder für das SOS Kinderdorf in Amman sammeln und damit bedürftige Kinder unterstützen. „Wir verbinden das Abenteuer mit dem guten Zweck“, verdeutlicht Merk die zweifache Intention der verrückten Reise. Damit führt das Team mit dem Namen „Wandering Otters“ den sozialen Gedanken der Rallye fort. Schließlich gilt als Voraussetzung für alle Teilnehmer, dass die Fahrzeuge für einen guten Zweck im Zielland verbleiben müssen. „Und auch der Gewinn, ein Kamel, wird vor Ort versteigert und kommt Bedürftigen in Jordanien zugute.“

Als persönliches Ziel hofft Merk auf einen Platz unter den Besten 10 und vielleicht sogar das Kamel, „aber in erster Linie geht es um den Spaß, die Erfahrung und den Charity-Gedanken“. Er selbst versteht die Rallye auch als Völkerverständigung. Die Teilnehmer würden neue Kulturen, Länder und Strecken kennenlernen. Neue Strecken? „Ja, von Straßburg bis nach Istanbul ist die Strecke nicht vorgegeben. Man kann fahren wie man will, allerdings ohne GPS und Autobahnen und Mautstrecken darf man auch nicht nutzen“, zeigt der Osterhofener eine weitere Raffinesse des Autorennens auf. Zusätzlich müssen die Teilnehmer diverse Aufgaben entlang der Strecke erfüllen.

Aktuell beschäftigen sich die Freunde mit der Modifikation ihrer Fahrzeuge. Schlaf- und wüstentauglich sollen die BMWs werden. Neben den technischen Voraussetzungen werden Körper und Geist gefordert sein. An spezielle Fitness- oder Ernährungspläne wollen die sechs sich in Vorbereitung auf die große Tour aber nicht halten. Interessierten ermöglichen die Rallye-Starter intime Einblicke in ihren Rennalltag. Eigens dafür haben sie eine Internetseite erstellt.

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