Zwei stimmgewaltige Chöre begeistern

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 Dirigent Thomas Müller hatte mit den beiden Chören ein gelungenes Programm vorbereitet.
Dirigent Thomas Müller hatte mit den beiden Chören ein gelungenes Programm vorbereitet. (Foto: Steffi Rist)
Steffi Rist

Besser hätte der Sonntagabend nicht enden können: Thomas Müller, neuer Chorleiter der beiden Chöre Ton in Ton und Reutissimo, hatte zu einem Gemeinschaftskonzert ins Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren geladen. Stimmgewaltige Sänger traten auf die Bühne und bewiesen, dass die Arbeit mit dem Dirigenten Früchte getragen hat.

Die Chöre konnten sich auf ein gefülltes Haus freuen. Vorsitzende Juliane Dobner begrüßte als frischgebackene Mama die Gäste, darunter Rudolf Forcher, Bürgermeister i.R., den amtierendn Ortsvorsteher Achim Strobel sowie ehemalige Ortsvorsteher und Dirigenten. Rückblickend sei sie stolz auf das, was der Chor in so kurzer Zeit geschafft habe. Vor sechs Monaten habe Thomas Müller als neuer Dirigent gewonnen werden können, und vor vier Monaten sei der Entschluss gereift, ein Gemeinschaftskonzert mit Ton in Ton zu gestalten. Müller begrüßte das Publikum auf charmante Weise und gab einen kurzen Abriss über die Lieder des ersten Programmteils. Er trat an dem Abend nicht nur als Dirigent, sondern auch als Ansager und Begleiter am E-Piano in Erscheinung.

Die Sängerinnen des Markdorfer Frauenchores Ton in Ton haben in Thomas Müller vor etwa sechs Monaten einen Chorleiter gefunden, der ganz zu ihnen passt. Es ist eine spürbare Harmonie im Chor zu finden. Der erste Teil des Abends war geprägt von englischen Liedern, die von 15 Sängerinnen mit präzisen Stimmen und ganzem Körpereinsatz gefühlvoll vorgetragen wurden. Der Rhythmus übertrug sich auf das Publikum, das freudig bei den Stücken mitwippte.

Sehr überzeugend waren die Damen im Bass, die immer einen großartigen Rhythmik-Background zauberten. Zum Schmunzeln brachte Möller das Publikum, als er bei dem Lied „Frauen sind anders“ bat, besonders hinzuhören. Manchmal sei es ihm während der Probenphase schon ganz „anders“ geworden. Ein buntes Stimmengewirr war in dem Song zu vernehmen, der am Schluss die Folgerung zuließ, Frauen seien anders, aber so wunderbar. Gabriellas Song aus dem Film „Wie im Himmel“ wurde in der deutschen Übersetzung mit einem Text vorgetragen, der unter die Haut ging.

In die Pause entlassen und mit Häppchentellern gestärkt vom Büfett, überzeugte auch der Chor Reutissimo von der erfolgreichen Probenarbeit der vergangenen Monate. Thomas Müller stellte sich dem Publikum vor und erläuterte, wie er den Beginn seiner Arbeit in Reute empfunden hatte. Begeistert erzählte er, wie viel Spaß es mache, mit dem Chor zu arbeiten. Auch strenge Worte hätten die Sänger nicht verschreckt, im Gegenteil, sie seien gestärkt worden, was man mit dem Auftritt bestätigen kann. Allein die Tatsache, dass von den acht Vortragsstücken fünf neue Stücke dabei waren, zeugte von der intensiven, fruchtbaren Arbeit.

Die Zuhörer mussten lachen, als der Chorleiter einen Einblick in die Übung einer Probeeinheit gab. Dem Chorleiter die Zunge rauszustrecken und dabei zu singen, war für viele eine völlig neue Erfahrung. Harte Arbeit war auch an der Aussprache manchmal nötig, denn nicht immer ist das Oberschwäbisch im Lied gewollt. 35 Kräftige Stimmen zeigten, dass ihnen „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern keine Probleme bereitet, auch den österreichischen Dialekt zu pflegen.

Mit dem Stück „Air“ von Georg Friedrich Händel bekam das Publikum vom Chor ein Stück präsentiert, dass zeigte, dass man nicht immer Texte singen muss, sondern auch Stimmen allein ein Lied ausmachen können. Rammstein zählt zu den erfolgreichsten Rockbands Deutschlands. Mit ihrem ungewöhnlich brachialen Musikstil sollte man nicht meinen, dass dies so von einem Chor dargeboten werden könnte. Reutissimo überzeugte jedoch mit einer bravourösen Darbietung. Auch der zweite Programmteil belohnte den Chor mit einem nicht enden wollenden Applaus.

Zwei Chöre waren somit dem Publikum eine Zugabe schuldig. „Adiemus“ war hierfür ein erneuter Vortrag über die erfolgreiche Chorleitung der beiden Chöre. Doch auch dies war den Zuhörern nicht genug, sodass es noch zu einer gemeinsamen Auflage des Vortragsstücks „E Oru O“ aus dem zweiten Programmteil kam. Eine besondere Überraschung gab es zum Schluss: Juliane Dobner ist nicht nur seit zwei Wochen frischgebackene Mama, sondern hatte an dem Tag auch noch Geburtstag. Dies nahm der Dirigent zum Anlass, ein Geburtstagsständchen mit den Chormitgliedern und dem Publikum zu singen.

Die Stimmung der Besucher war durch die Bank geprägt von Begeisterung und dem Wunsch, dass es nicht bei diesem einen gemeinsamen Auftritt bleiben möge. Laut Mitglieder von Ton in Ton aus Markdorf werde bereits daran gearbeitet, da im Jahr 2020 bei diesem Chor das zehnjährige Bestehen anstehe.

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