Zunftmeister Roland Haag wünscht sich Fasnet ohne Smartphones

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 Hauptversammlung der Narrenzunft in der Stadthalle Bad Waldsee.
Hauptversammlung der Narrenzunft in der Stadthalle Bad Waldsee. (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

„So macht es Spaß Zunftmeister zu sein“, resümierte Roland Haag am Ende seines Geschäftsberichtes, in dem er wiederholt auf die fantastische Unterstützung durch seine Zunftmitglieder hingewiesen hat. Mit einer hundertprozentigen Dachauerquote als Kopfbedeckung waren am Dreikönigsmorgen rund 200 Zunftmitglieder in die Stadthalle Bad Waldsee gekommen. Neben Bürgermeister Roland Weinschenk, dem im Laufe der Versammlung die Entlastung des Vorstandes oblag, waren auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Matthias Henne und Benno Schultes anwesend. „Dies ist einer der einfacheren und entspannenderen Termine“, versicherte Weinschenk den beiden Kandidaten.

Es tut sich einiges im Laufe eines Narrenjahres. Dies machten die detaillierten Berichte des Vizezunftmeisters Christoph Mayer, des Protokollschreibers Nico Hauff, des Maskenmeisters Jörg Wieland, des Zeremonienmeisters Marco Ludescher, des Ordenkanzlers Werner Groß und des Säckelmeisters Andreas Glaser deutlich. Gerade letzterer musste die anwesenden Zunftmitglieder jedoch damit konfrontieren, dass die Ausgaben inzwischen die Einnahmen übersteigen und deshalb über eine neue Beitragsordnung nachgedacht wird. „Lasst euch überraschen, wir lassen uns was Tolles einfallen“ blickte Andreas Glaser in die Zukunft.

Die Masken gehören auf die Straße und nicht zuhause an die Wand. Roland Haag

Im Zentrum stand aber der Geschäftsbericht des Zunftmeisters Roland Haag, der erstmals auf ein komplettes Narrenjahr zurück blicken konnte. Über sein persönliches Aha-Erlebnis der Waldseer Hochfasnet berichtete Haag in einem bemerkenswerten Gedächtnisprotokoll. Über so großartige Ereignisse wie die erfolgreiche, sicherheitstechnische Bewältigung des Sturms am Rosenmontag, aber auch über die kleinen Anekdoten am Rande. Egal, ob es das Schminken der Garde in aller Frühe am Gumpigen Donnerstag war oder der Besuch in den alteingesessenen Narrenhäusern – Haag war stets mittendrin und live dabei. Er appellierte an alle Maskenbesitzer, dass Masken an kommende Generationen weitergegeben werden oder über die Narrenzunft an Interessenten vermittelt werden können. „Die Masken gehören auf die Straße und nicht zuhause an die Wand“, so sein Appell.

Darüber hinaus machte sich Haag dafür stark dass an der Fasnet nicht alles mit dem Handy festgehalten werden muss. „Narren sollen den Leuten den Spiegel vorhalten und nicht das Handy“, betonte Haag. Es sei allemal besser, die Fasnet live zu erleben statt sie am Monitor zu konsumieren, befand er.

Narren sollen den Leuten den Spiegel vorhalten und nicht das Handy. Zunftmeister Haag

Ein paar Zahlen gehören bei einer Vereinshauptversammlung immer dazu. Beim Zunftmeister ist es die Feststellung dass es 29 Zunfträte, drei Ehrenzunftmeister, 13 Ehrenzunfträte und drei Anwärter gibt. Beim Säckelmeister Glaser waren es Litaneien von Ein- und Ausgaben, und sein Stellvertreter Michael Lerner wusste von insgesamt 2842 Vereinsmitgliedern zu berichten. Beim Zeremonienmeister war die entscheidende Zahl 19 – nämlich 19 Uhr als neue Uhrzeit für den Beginn des Zunftballes. Der Maskenmeister berichtete über 38 Neumasken und neun Auswärtssprünge. Für die diesjährigen Auswärtssprünge wurde eine Online-Fahrkartenbestellung eingerichtet, nachdem sich das bisherige Prozedere als nicht mehr zeitgemäß erwies. „Seit 1. September 2019 haben 40 Narren davon Gebrauch gemacht“, so Wieland. Nachdem der Vorstand samt Kassierer entlastet, die Ehrungen vollzogen und die beiden Zunfträte Hauff und Ludescher im Amt bestätigt waren, sangen Zunfträte und Zunftmitglieder gemeinsam das Elferlied, bei dem Haag die Ehre zufiel das langgezogene „Jujujujujee“ als Solo zu singen.

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