Zunft will Jugend mehr ins Brauchtum integrieren

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Die Waldseer Buddelkappen mit den beiden verstorbenen Mitgliedern Wigge Ludwig Gros und Wolfgang Bachner.
Die Waldseer Buddelkappen mit den beiden verstorbenen Mitgliedern Wigge Ludwig Gros und Wolfgang Bachner. (Foto: Narrenzunft)
Schwäbische Zeitung

In gewohnter Manier hat sich die Narrenzunft Waldsee am Dreikönigstag zu ihrer ordentlichen Jahreshauptversammlung in der Stadthalle eingefunden, wo circa 100 Mitglieder von Zunftmeister Roland Haag begrüßt wurden. Rückblicke und Herausforderungen bei der Narrenzunft standen dabei im Vordergrund.

Zu Beginn wurde laut Presseschreiben der Narrenzunft traditionell der verstorbenen Närrinnen und Narren des vergangenen Jahres gedacht. Stellvertretend wurden dabei Wigge Ludwig Gros sen. (Ehrenzunftrat und Mitglied der Buddelkappen) Solveig Eberhard (Ehrensammlerin), Wolfgang Bachner (Sammler und Mitglied der Buddelkappen), Haynalka Feldmann geb. Strobel (Maskenschnitzerin) sowie Ehrenzunftrat Edgar Zehrer genannt, die mit ihrem großen Engagement für die Waldseer Fasnet in Erinnerung bleiben werden.

Den ersten Rückblick auf das vergangene Jahr der Narrenzunft übernahm Franz Mosch, der als Zunftmeister bis zum 26. März 2018 für die Geschicke der Narrenzunft verantwortlich war. Ein Schwerpunkt bildete dabei das Landschaftstreffen 2018 mit einem sehr positiven Fazit über Stimmung, Ablauf und Organisation verbunden mit einem großen Dankeschön an Alle Beteiligten und Helfer, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre, heißt es in dem Presseschreiben. Franz Mosch dankte zum Abschluss allen Wegbegleitern in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit in verantwortlichen Rollen innerhalb der Narrenzunft und erinnerte ebenfalls an die Verantwortung aller Närrinnen und Narren bei der Gestaltung einer schönen Fasnet im Sinne des immateriellen Kulturerbes und dem Erhalt des Brauchtums.

Der neu gewählte Zunftmeister Roland Haag übernahm daraufhin den weiteren Bericht entsprechend der Übergabe der Verantwortung im vergangenen Jahr. Er verwies dabei vor allem auf die großen Herausforderungen für die Narrenzunft und die Waldseer Fasnet. Er berichtete von der im Herbst 2018 stattgefundenen Klausurtagung des Zunftrates, in der entsprechende Themen bearbeitet und für die weitere Gestaltung vorbereitet wurden. Neben weiteren Schwerpunkten benannte er laut Presseschreiben dabei vor allem das Thema Jugend und deren Integration in das Waldseer Brauchtum. Dem Alterskreis von zwölf bis 18 Jahren bessere Möglichkeiten zu geben an der Waldseer Fasnet teilzuhaben und nicht ohne wirkliche Möglichkeit der Beteiligung dazustehen, ist eine der großen Aufgaben der Zukunft. In seinem Bericht betonte Roland Haag weiterhin, dass Fehler passieren und appellierte dabei an einen konstruktiven, gemeinsamen Weg zur Lösungsfindung unter Beteiligung Aller. Dabei versprach er ein stets offenes Ohr für alle Närrinnen und Narren, sowie entsprechend Lösungen bei Problemstellungen zu gestalten.

Diesem offenen Ohr wurde dann direkt am Rednerpult von Birgit Falter als Repräsentantin von Mitgliedern der Narrenzunft adressiert, indem der Unmut über Abläufe innerhalb der Narrenzunft (im Speziellen Kartenvergabe) dargestellt wurde. Dabei wurde eine dringliche Aufforderung nach Verbesserung bestimmter Umstände an den Zunftrat herangetragen, damit man gemeinsam nach vorne schauen und die Fasnet gestalten könne.

Nach den Berichten aus den Ausschüssen der Narrenzunft, in denen durchgehend positive Rückblicke, unter anderem auf das Landschaftstreffen 2018, beschrieben werden konnten und dem Bericht der Kassenprüfer konnte Bürgermeister Roland Weinschenk anschließend die Entlastung der gesamten Vorstandschaft durch die Zunftversammlung vornehmen.

Im Anschluss wurde Franz Mosch nach zehn Jahren als Zunftmeister der Narrenzunft Waldsee zum Ehrenzunftmeister ernannt und für dieses Engagement wurde ihm von der Zunftversammlung mit stehendem Applaus gedankt. Ein weiterer emotionaler Höhepunkt der Hauptversammlung war die Danksagung von Josef „Bresele“ Schwaiger an die Narrenzunft und deren Mitglieder, für die Unterstützung in der Bewältigung seiner überwundenen Krankheit, bevor mit dem Abgesang des Elferliedes die Hauptversammlung 2019 zu Ende ging.

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