Zum Jubiläum gibt’s den Schussenpokal

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 Der FV Ravensburg II, hier nach der Pokalübergabe im vergangenen Jahr, ist nicht nur der einzige Landesligist, sondern auch Tit
Der FV Ravensburg II, hier nach der Pokalübergabe im vergangenen Jahr, ist nicht nur der einzige Landesligist, sondern auch Titelverteidiger und elfmaliger Schussenpokalsieger. (Foto: Archiv: Klaus Eichler)
Klaus Eichler

Der FV Bad Waldsee feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Was das Alter des Vereins angeht, da mischen die Badstädter durchaus in der oberen Liga mit. Fußballerisch kann der FV, der in der Kreisliga B kickt, mit dem großen FC Bayern München zwar nicht mithalten, was das Alter des Vereins aber angeht allemal. Der FCB wurde 1900 gegründet und ist gerade mal 19 Jahre älter. Aus diesem Anlass bekam der FV Bad Waldsee den Zuschlag das 43. Schussenpokalturnier auszurichten. Damit macht dieses Vorbereitungsturnier nach 2013 zum zweiten Mal Station in Bad Waldsee, gewonnen hat der FV den Schussenpokal allerdings noch nie.

„Vor 1919 hond mir ieberall rommkigged“, erinnert sich Fußball-Veteran Josef Bauer. Einer, der die ersten Stunden des FV Bad Waldsee noch miterlebt hat. Im Finsteren Moos gab es einen Sportplatz, später natürlich auf der Bleiche. Das Hotel Post, so steht’s in der FV-Chronik, diente als Geburtsort des FV Bad Waldsee, in einer Zeit, wo man noch mit dem Fahrrad zu Auswärtsspielen reiste und die Spieler ihre Trikots noch selber kaufen mussten. Ligamäßig hat der FV sicher schon bessere Zeiten gesehen. Höhepunkt in der hundertjährigen Geschichte war sicher der Aufstieg 1975 in die zweite Amateurliga (damals die vierthöchste Spielklasse) und die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga 1979, die Verbandsliga erwies sich allerdings eine Nummer zu groß, der FV stieg ein Jahr später wieder ab.

Der Tiefpunkt ist Mitte der 90er-Jahre erreicht

1995 folgte der Tiefpunkt. Finanziell ausgemergelt, trat der FV den freiwilligen Gang von der Landesliga in die Kreisliga A an. In diese Zeit fiel auch der Umzug vom Döchtbühlstadion an die Lortzingstraße, der heutigen Spielstätte des FV, die schon so manche Fußball-Prominenz sah. Trainer-Legende Ernst Happel, 1980 Trainer bei Standard Lüttich, zog damals allerdings der Betreuung seiner Mannschaft ein gepflegtes Kartenspiel im FV-Vereinsheim vor. Ein aufregendes Jahrhundert liegt also hinter dem FV, was jetzt gebührend mit dem Schussenpokal gefeiert werden soll.

Ein Novum in der Geschichte des Schussenpokals ist, das sich das Turnier beim FV Bad Waldsee über zwei Wochen erstreckt und dabei gänzlich ohne Wochenend-Fußball auskommt – das Einlagespiel am Samstag in der ersten Turnierwoche ausgeklammert. Eine Kollision mit irgendwelchen Festivitäten am Wochenende im Umland ist somit ausgeschlossen. 15 Mannschaften nehmen an diesem traditionsreichen Turnier teil. Gespielt wird um den von Landrat Harald Sievers gestifteten Wanderpokal. Der Großteil der Mannschaften, nämlich elf Teams, kommt aus der Kreisliga – sechs A-Ligisten, fünf B-Ligisten. Titelverteidiger FV Ravensburg II ist der einzige Landesligist und trägt damit auch die Bürde des Favoriten. Die drei Bezirksligisten Mochenwangen, Fronhofen und Bergatreute komplettieren das Feld.

Gespielt wird in fünf Gruppen à drei Mannschaften

Gespielt wird in der erste Woche von Montag, 8. Juli, bis Freitag, 12. Juli, in fünf Gruppen à drei Mannschaften. Die Spielzeit beträgt 2 x 30 Minuten. Pro Abend gibt es drei Gruppenspiele (17.45, 19 und 20.15 Uhr). Kein Team war, wie schon im vergangenen Jahr, bei der Auslosung gesetzt. Nur die fünf Gruppensieger und die besten drei Gruppenzweite ziehen ins Viertelfinale ein, welches in der zweiten Turnierwoche ausgespielt wird. Sollten zwei Mannschaften Punkt- und Torgleich sein, entscheidet das Los. Anders als in den Jahren davor, werden die Spiele erst ab dem Viertelfinale mit einem Schiedsrichtergespann geleitet. „Anders bekommen wir das nicht besetzt“, sagt Schiri-Obmann Ralf Hübner.

Ein nicht alltägliches Spiel erwartet die Zuschauer am Ende der ersten Woche nach der Gruppenphase, wo eine Fupa-Auswahl Oberschwabens, betreut von Marco Mayer Trainer der Spvgg Lindau, auf den Oberligisten FV Ravensburg trifft. 22 Spieler unterschiedlicher Klassen stehen Mayer zur Verfügung, die laut Mayer auch alle spielen werden. Anpfiff ist am Samstag 13. Juli um 16 Uhr.

Weiter geht es in der zweiten Woche mit der K.o.-Runde, wo 2 x 45 Minuten gespielt werden. Am Dienstag 16.Juli und Mittwoch 17. Juli stehen die Viertelfinalspiele an (17.30 und 19.15 Uhr). Die Sieger spielen im Halbfinale am Donnerstag 18. Juli (ab 17.30 Uhr) um den Einzug ins Finale, das auf Freitag den 19. Juli um 19.15 Uhr terminiert ist. Davor (17.30 Uhr) gibt es das kleine Finale im Spiel um Platz drei. Die Turnierleitung obliegt wie in den Jahren zuvor schon Paul Jung.

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