Wolfgang Mach hat sich dem Dichten verschrieben

Lesedauer: 6 Min

Wolfgang Mach in seinem Arbeitszimmer.
Wolfgang Mach in seinem Arbeitszimmer. (Foto: Sabine Ziegler)
Schwäbische Zeitung
Freie Redakteurin

Mit Worten hat sich der Werbefachmann Wolfgang Mach aus Reute sein ganzes Leben lang herumgeschlagen. Im Ruhestand tut er das nun wieder – und zwar mit großer Leidenschaft. Die Lyrik hat es ihm angetan und deshalb dichtet er, was das Zeug hält. Manchmal quält er sich auch damit, wie er einräumt. Aber meistens flutschen die Worte nur so aus ihm heraus. Aneinandergereiht ergeben sie Gedichte mit breitem Themenspektrum, reichlich Tiefgang und nicht selten gewürzt mit Ironie. Erschienen sind sie bereits in mehreren Anthologien und Literaturzeitschriften. Im Kulturkeller des evangelischen Gemeindehauses stellt er am Samstag, 11. Juni, erstmals in Bad Waldsee eine Auswahl seiner Texte vor – musikalisch begleitet von Ralle Fricker.

Ein kurzer Blick in das häusliche Arbeitszimmer von Wolfgang Mach in Reute genügt, um zu wissen, dass Bücher sein Leben sind. Von klein auf – sein Vater war Buchdrucker – war der gebürtige Ludwigsburger umgeben von Worten, die sich zu Sätzen fügten und ganze Bücher füllten. Als gelernter Drucker wandte er sich nach seinem Studium der Werbung und Verlagsherstellung an der Ingenieurschule für Druck in Stuttgart der Werbewelt zu. Unter anderem war er ab 1973 als Werbeleiter bei Hymer tätig und führte danach 30 Jahre lang seine eigene Werbeagentur im Waldseer Industriegebiet Nord.

Das Schreiben hat ihn also schon immer beschäftigt. Berufsbedingt stand allerdings lange Zeit die Werbesprache und die journalistische „Schreibe“ im Mittelpunkt, wie der 69-Jährige erzählt. Erst mit Eintritt in den Ruhestand 2014 entdeckte der Familienvater und dreifache Großvater seine Liebe zur Lyrik neu. „Schon 1964 war ich von Gedichten des italienischen Schriftstellers Giuseppe Ungaretti nachhaltig beeindruckt und nun schreibe ich plötzlich selbst Gedichte, wahnsinnig eigentlich“, schmunzelt Mach, der sich zudem für Reisen bis ans andere Ende der Welt begeistert, für Fotografie und Kunst – und natürlich für alles gestalterisch Schöne auf diesem Planeten.

Die ersten Reime aus eigener Feder habe er seiner Frau zur Zensur vorgelegt, um dann richtig durchzustarten – zumal ihn die Dichtung entspanne. Er besuchte die Gedicht-Akademie von Anton G. Leitner, ist Mitglied der literarischen Vereinigung „Signatur“ in Tettnang und hat bereits eine Auswahl seiner mittlerweile 250 Gedichte publiziert. Im letzten Jahr zählte der Hobby-Lyriker zu den Gewinnern des Lyrikwettbewerbes 2015 beim „Literaturpodium“ in Berlin mit seinem Reim über „Ferne Tage auf dem Müll“.

Seine Lyrik nennt er „Ungereimtheiten“ und stolpert mit ihr „von realen Phantasien hin zu surrealen Wirklichkeiten“ – und bietet dabei häufig auch „Schmunzeliges“ an. „Ich schreibe zwar keine Schenkelklopfer, aber doch viel Komisches und Absurdes“, so Mach. Lyrik mit Augenzwinkern eben. Da ist ein 14-Zeiler schon ’mal überschrieben als „Maultaschenlyrik“ oder der Verfasser macht sich sprachlich so seine Gedanken, wie verzweifelt sich das Ei in der Pfanne fühlt, bevor es zum Spiegelei gebraten wird.

Eine Autorenlesung in seiner Wahlheimat Bad Waldsee schwebte Wolfgang Mach schon länger vor. Im Drummer, Percussionist, Komponist und Produzent Ralf („Ralle“) Fricker hat er dafür jetzt den passenden Partner gefunden. „Ausschließlich Gedichten zuzuhören ist nur etwas für masochistische Fans. Worte brauchen Raum, um sich entfalten zu können“, weiß Mach. Und weil der magische Sound des Percussioninstrumentes „Hang“ perfekt zu seinen Gedichten passe, ist der leidenschaftliche Lyriker voller Vorfreude und Spannung auf das bevorstehende klangvolle, literarische Experiment im Kulturkeller.

Der Abend im Kulturkeller mit dem Titel „Findlinge auf der Überholspur“ am Samstag, 11. Juni, beginnt um 20 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt’s in der Stadtbuchhandlung, bis 10. Juni per Mail unter k.i.d.kat@gmx-topmail.de oder an der Abendkasse. Der bekannte Waldseer Musiker Ralle Fricker spielt zwischen den Gedichtvorträgen von Wolfgang Mach auf seinem Instrument mit Namen „Hang“. Weitere Infos zu den Akteuren finden sich unter www.wolfgang-mach.de und www.raviindra-music.de

Die SZ verlost 3 x 2 Karten für die Veranstaltung. Wer gewinnen möchte, ruft heute, Donnerstag, um 12 Uhr in der Redaktion an unter Tel.: 07524/978711.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen