Wohnmobilstellplatz soll erneuert werden

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Thilo Frühauf, Richard und Uschi Banner und Anton Fresenborg befürworten eine Neukonzeption mit größeren Parzellen. (Foto: Wolfgang Heyer)
Schwäbische Zeitung
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Der Wohnmobil-Stellplatz bei der Waldsee-Therme ist beliebt: 6500 Fahrzeuge werden jährlich abgestellt, 13 000 Wohnmobiltouristen übernachten auf der Fläche und bescheren der Stadt rund 500 000 Euro Bruttoumsatz. Das geht aus der Sitzungsunterlage hervor, die Walter Gschwind, Geschäftsführer der Kurverwaltung Bad Waldsee, dem Gemeinderat am Montag vorstellen wird. Und damit der Stellplatz zukunftsfähig bleibt, plädiert Gschwind für eine Neukonzeption.

„Der Wohnmobil-Stellplatz ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Modernisierung. Die Standards haben sich erhöht und wenn wir weiterhin mitmischen möchten, dann müssen wir in den Stellplatz investieren“, begründet Gschwind den Antrag an die Stadt. Ein Hauptärgernis, das auch von den Stellplatznutzern immer wieder an ihn heran getragen werde, seien die fehlenden Markierungen der Wohnmobil-Parzellen. „Der Parkplatz wurde ursprünglich für Pkw konzipiert. Die Parzellen sind für die Wohnmobile also zu klein, daher parken einige kreuz und quer. Deswegen kommt es bei uns immer wieder zu Beschwerden.“

Die zu kleinen Parkplätze bemängeln auch die aktuellen Gäste vor Ort. „Wir sind zum ersten Mal hier und uns ist aufgefallen, dass die Parkplatzsituation nicht so angenehm ist“, erklären Uschi und Richard Banner. Der erfahrene Camper Thilo Frühauf spricht sich ebenfalls für eine klare Parzellierung aus: „Das habe ich vor zehn Jahren schon vorgeschlagen. Ich bin also voll und ganz dafür.“ Und Erna und Anton Fresenborg ergänzen: „Wohnmobilgerechte Parzellen wären auf jeden Fall angebracht.“ Die Sauerländer, die seit rund 40 Jahren mit ihrem Wohnmobil verreisen, attestieren dem Stellplatz zwar eine gute Note, dennoch wären Veränderungen nötig. „Auf anderen Plätzen sind Bodeneinlässe für die einfachere Entsorgung des Schmutzwassers Standard. Hier gibt es das gar nicht“, bemerkt Erne Fresenborg, die auch betont, dass die Miete aufgrund der Modernisierungen nicht erhöht werden sollte.

Derzeit wird der Fäkalientank an der selben Säule entleert, an der Frischwasser gezapft wird. Ein Umstand den Walter Gschwind als „nicht ganz hygienisch“ bezeichnet. Die Entsorgung des Grauwassers, also Spül- oder Duschwasser, sei umständlich. Und aktuell bestünde auf dem Stellplatz auch keine Möglichkeit, nur kleinere Mengen Wasser zu zapfen.

Kosten in Höhe von 390 000 Euro

Die Gesamtkosten der Neukonzeption, die unter anderem die Errichtung einer modernen Ver- und Entsorgungsinsel sowie Erd-, Kanal- und Straßenbauarbeiten umfassen und 39 Parkplätze ermöglicht, belaufen sich auf rund 390 000 Euro. Eine mögliche Förderung des Landes im Rahmen es Tourismusinfrastrukturprogrammes könnte 15 Prozent der Kosten einsparen. Die Finanzierung würde über den Wirtschaftsplan 2014 des Eigenbetriebs Städtische Kurverwaltung erfolgen.

Vor allem vor dem Hintergrund der Wohnmobilstadt Bad Waldsee, wo Hymer als Arbeitgeber und aufgrund des Museums prägend sei und die Stellplatzlage mit Nähe zur Therme und der Innenstadt attraktiv angesiedelt ist, müssten die guten Voraussetzungen genutzt werden, so Geschwind. „Aber es ist die Entscheidung des Gemeinderats“, hebt er mit Blick auf die Sitzung am Montag hervor.

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