Wie Spenden der SZ-Weihnachtsaktion den Alltag vieler vereinfachen können

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Auto steht unter Solardach
Mithilfe der Spendengelder wurde für eine Internatsschule für ehemalige Straßenkinder in Tansania eine Solarwasserpumpe installiert, viele laufende Kosten für einen Generator fallen seither weg. (Foto: Thomas Ahnert)
Redaktionsleiter

Die Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ der „Schwäbischen Zeitung“ geht in die nächste Runde. Unterstützt werden Initiativen und Institutionen, die das ganze Jahr über wertvolle Hilfe leisten und Fluchtursachen bekämpfen. Ein Rückblick auf die vergangenen Spendenaktion:

3000 Euro hat jeder teilnehmende Vereine im vergangenen Jahr erhalten. Das Global in Bad Waldsee unterstützte mit dem Geld gleich zwei Projekte. Einerseits profitierte ein Schulprojekt in Mali von der Weihnachtsaktion. „Von dem Geld wurde Schulmaterial für Kinder gekauft“, berichtet Ulrich Bamann, Vorsitzender des Vereins Global.

Selbstverwaltetes Zentrum für Geflüchtete

Andererseits ging dem Projekt „One Happy Familiy“ in einem Flüchtlingslager auf Lesbos Geld zu. „Dort wurde ein selbstverwaltetes Zentrum für Geflüchtete aufgebaut“, erklärt Bamann. In Eigenregie organisieren die Flüchtlinge dort Sprachkurse und Kinderbetreuung. Auf diese Weise finde eine Alltagsbegleitung statt.

Die Spenden seien für die Helfer vor Ort essentiell, „weil sie in der Regel keine staatlichen oder EU-Mittel bekommen“, weiß Bamann. Daher würden sich die unterstützten Institutionen auch sehr dankbar zeigen. „Aus Mali bekommen wir immer wieder Briefe und Fotos“, sagt Bamann und betont die Freude der Ehrenamtlichen, die darüber hinaus zeige, wie wichtig die Unterstützung ist.

Der Baobab-Frauenverein Bad Waldsee setzte die Spenden für das Hilfsprojekt „Wasser für die Kinder“ in Groot-Aub in Namibia ein. Dort kümmert sich eine Pastorin um Grund- und Hauptschüler und kocht für sie.

Das Problem: die Wasserversorgung. Die Pastorin musste fünf Kilometer bis zur nächsten Wasserversorgungsstelle laufen, um dann mit den schweren Kanistern den Weg wieder zurück zu gehen. Mithilfe der Spendengelder konnte vor Ort ein Brunnen gebaut werden. „Das Geld wurde für die Pumpe eingesetzt“, berichtet die Vereinsvorsitzende Annemarie Keppelmayr. Außerdem sei ein Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 2000 Litern ermöglicht worden.

Das Geld wurde für die Pumpe eingesetzt.

„Ohne die Spenden könnten wir gar nichts machen“, hebt Keppelmayr die Bedeutung der freiwilligen Finanzspritzen hervor und ergänzt, dass sämtliche Spenden den namibischen Kindern zugute kommen.

Sie selbst setzt sich seit 30 Jahren für die Kinder ein und zieht aus eben solchen Erfolgen wie dem Brunnenbau Motivation. „Es macht mich schon stolz“, berichtet Keppelmayr. Sie weiß allerdings, dass immer neue Herausforderungen warten und sich immer neue Probleme ergeben. „Daher sind wir dankbar für jede Spende“, so die Vorsitzende.

In Tansania wächst ein Ausbildungs- und Wohnprojekt für ehemalige Straßenjungen. Thomas und Doris Ahnert aus Zollenreute sind 2017 als Entwicklungshelfer von Zollenreute nach Morogoro gezogen, um die Internatsschule aufzubauen. Dort werden ehemalige Straßenkinder auf den Realschulabschluss vorbereitet oder sie machen eine landwirtschaftliche Ausbildung.

Ahnerts sind über die Organisation Christliche Fachkräfte International (CFI) unterwegs. Der christliche Glaube prägt ihre Arbeit und ist ihnen Auftrag und Stütze. Spendengelder der Leser der „Schwäbischen Zeitung“ flossen in diesem Jahr in zwei Sonnenenergie-Projekte. Im März wurde eine Firma mit der Installation einer Solarwasserpumpe beauftragt.

„Durch die Solarversorgung entfallen viele laufende Kosten für den Generator, das ist eine große Erleichterung“, erklärt Thomas Ahnert. Außerdem wurde auch eine Photovoltaikanlage für die Stromversorgung eines Mitarbeiterhauses angeschafft. Sie wurde im August installiert. Jetzt im November neigt sich das Schuljahr dem Ende entgegen.

Einige Schüler haben ihre Abschlussprüfungen geschrieben, Ende des Monats soll es ein Abschlussfest geben. Die Regenzeit dauert in diesem Jahr recht lange. „Das ist natürlich gut für alle die, die rechtzeitig schon ihr Feld bestellt hatten. Auch wir haben noch Mais gesät und alles ist so grün wie schon lange nicht mehr. Doch unsere Zufahrtsstraße ist wiedermal sehr schlammig. Für Lastwagen ist sie gerade nicht passierbar“, berichtet Ahnert.

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