Wie man Schmerzen ohne Medikamente in den Griff bekommt

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 Stephan Schindler referierte bei seinem Vortrag im Wohnpark am Schloss im vollbesetzten Festsaal.
Stephan Schindler referierte bei seinem Vortrag im Wohnpark am Schloss im vollbesetzten Festsaal. (Foto: St.-Elisabeth-Stiftung/Sabine Ziegler)
Schwäbische Zeitung

Gut 80 Zuhörer haben sich am Dienstag zum Vortrag „Was tun? Probleme mit Schulter und Nacken!“ von Stephan Schindler im Wohnpark am Schloss eingefunden. Neben Bewohnern der Seniorenwohnanlage interessierten sich auch Senioren aus der Stadt und Berufstätige für die Ausführungen des Diplom-Sportwissenschaftlers und Life-Kinetik-Trainers, teilt die St.-Elisabeth-Stiftung mit. Der 49-Jährige habe seinem Publikum „mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressregulierung“ empfohlen, um orthopädisch bedingte Schmerzen ohne Medikamente in den Griff zu bekommen.

Wenn nach einem Arbeitstag vor dem Computer Schultern und Nacken schmerzen, würden viele am Abend zu einer Tablette greifen, um die Schmerzen zu verscheuchen. „Der schnelle Griff zu ,Ibu’ und Co. ist aber genau der falsche Weg, weil Sie damit den Ursachen für Fehlbelastungen des Körpers nicht auf den Grund gehen, sondern nur die Symptome bekämpfen“, betonte Stephan Schindler in seinem einstündigen Vortrag. Er habe seinen Zuhörer empfohlen, Schmerzen als Warnzeichen des Körpers ernst zu nehmen, um keine Schädigungen, beispielsweise an der Bandscheibe, zu riskieren. „Einfach auf Rezept zum Physiotherapeuten zu gehen und zu glauben, nach sechs Anwendungen ist alles wieder gut, ist allerdings nicht ausreichend“, mahnte der Referent, der seit 25 Jahren in der orthopädischen Rehabilitation tätig ist.

Muskeln in Schwung halten

Vielmehr sollte man täglich auf ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und ein gesundes Maß an Stressregulierung achten, um die Muskeln in Schwung zu halten, damit sie nicht verkürzen und zu Schmerzauslösern werden. Der Druck auf Nerven, Muskeln und Sehnen blockiere die Beweglichkeit und der Körper büße Flexibilität ein. „Wir schöpfen heute die Beweglichkeit von Kopf und Nacken nur noch zu 15 Prozent aus und unsere Schultern bewegen wir sogar nur noch bis zu fünf Prozent von 100 möglichen Prozent“, zeigte der Schmerzspezialist auf, dass da noch sehr viel Luft nach oben sei und der Mensch wieder mehr in Bewegung kommen sollte.

Wer diese Empfehlungen beherzige, der könne auch im fortgeschrittenen Alter „schmerzfrei ohne Medikamente leben, beweglich bleiben und gut gelaunt am Alltag teilnehmen“, versprach der Referent, der für seinen 90-minütigen Vortrag samt vorgestellter Bewegungsübungen laut Mitteilung großen Beifall erhielt. Im Anschluss daran beantwortete Stephan Schindler noch Fragen des Publikums.

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